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Soziale Schieflage

 Posted by admin on 25. Januar 2011 at 18:25  Rosenhügel und Steinhof
Jan 252011
 

Wir geben hier einen Teil eines Gesprächs der Experten DDr. Steinhof und DDr. Rosenhügel wieder, in dem sie die soziale Schieflage in unserem Land erörtern und die Feinheiten des Sozialberichts beleuchten.

St: Du Rosenhügel, ich kenn eine, die verdient für die gleiche Arbeit hundert mal mehr als eine andere. Ist das nicht eine Sauerei!
R: Das ist ungerecht. Was machen die denn?
St: Die eine macht eigentlich gar nichts. Aber sie hat  meinem Nachbarn im Dezember über’s Wochenende bei der Buchhaltung geholfen. Der ist nämlich Friseur und der will das nicht selber machen. 300 Euro hat er ihr dafür gegeben. Die andere ist auch Buchhalterin. Die verdient locker 30.000 Euro im Jahr. Das ist hundert mal so viel! Für die gleiche Tätigkeit! Eine Gemeinheit!
R: Du bist ein Trottel.
St: Das weiß ich.
R: Die eine arbeitet ein Wochenende, die andere ein Jahr. Logisch, dass man in einem Jahr mehr verdient als an einem Wochenende. Und 300 Euro für ein Wochenende sind gar nicht so schlecht. Das kannst Du doch nicht vergleichen.
St: Natürlich kann ich das vergleichen. Alle rechnen das so, sogar das Ministerium. Die haben nämlich einen Sozialbericht geschrieben, und da steht das gleiche: Die 20% geringsten Einkommen kriegen nur 2%, die obersten 20% aber fast die Hälfte. Und im Sozialbericht ist geschrieben, dass das die Ungleichheit ist.
R: Ja, das steht da wirklich. Und im Radio hab ich das auch schon gehört. Aber da steht auch, dass die unteren 20% weniger als 242 Euro im Monat verdienen. So ein Blödsinn. Meine Putzfrau verdient zehn Euro in der Stunde. Wenn die einen Tag in der Woche arbeitet, dann kommt sie auf mehr.
St: Du bist ein Depp. Jeder weiß, dass die Österreicher wenigstens 1.200 Euro im Monat verdienen. Liest Du nicht die Gewertschaftsnachrichten? Natürlich sind die unteren 20% keine normalen Berufe! Das wissen die im Ministerium auch. Das sind Nebenjobs, die Ferienjobs, und die, die meinem Nachbarn bei der Buchhaltung geholfen hat. Aber wenn’s der Sozialbericht so vergleicht, dann darf ich das schon lange! So eine Schieflage so eine soziale!
R: Ich bin kein Politiker. Ich muss ja nich so einen Blödsinn vergleichen. Wo sehe ich im Sozialbericht eigentlich, wieviel die verdienen, die einen normalen Beruf haben? Da muss es ja auch unterste und oberste geben. Oder?
St: Na die werden blöd sein und das hineinischreiben. Dann kann ja jeder nachlesen und sich selber was dazu denken. Und wer braucht dann das Ministerium noch? Die schreiben nicht einmal, wieviel die zweiten 20% verdienen. Sonst kann sich ja gleich jeder ausrechnen, wieviele Nebenjobs der Sozialbericht mit normalen Berufen vergleicht. In Österreich ist das eben ungleich, wenn einer in einer Stunde hundert mal weniger verdient als ein anderer in hundert Stunden. Eins ist doch viel weniger als hundert.

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