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Die individuelle Revolution

 Posted by admin on 3. August 2012 at 15:06  Mehr Wahlrecht
Aug 032012
 

Seit der Französischen Revolution sind Staat und Wissenschaft als äußere Autoritäten an die Stelle von Adel und Klerus getreten. Die eine Abhängigkeit wurde durch eine andere ersetzt. Vieles wurde dadurch angenehmer – aber, wie Benjamin Barber einmal sagte: “Die angegehmen Diktaturen sind die gefährlichsten!” (Denn, wie jede Droge, erfordern sie ständige Dosissteiegerung…)

Wäre es nicht vielleicht Zeit für uns, unabhängiger zu werden – also für eine individuelle Revolution? Die innere Autorität jedes Einzelnen könnte und müsste immer mehr die äußeren Autoritäten ersetzen… Der Staat und seine Institutionen, die Wissenschaft mit ihren immer stärker spezialiserten Experten, Verwaltung, Bürokratie und Infrastruktur: Stoßen wir nicht immer mehr an Grenzen der Plan- und Machbarkeit? Gewissen, Urteilsvermögen, persönliches Empfinden, Verstand und Bewusstsein für Zusammenhänge jedes Einzelnen, könnten an ihre Stelle treten.

Also individuelle Eigenständigkeit, Verantwortung, Freiheit – aber auch Respekt und Mitgefühl für andere Individuen, deren Freiheit, Autonomie und Autorität… (Sein Gewissen kann man überdies nicht so leicht manipulieren wie die eigenen Vorstellungen. Deshalb sollte die neue „innere Autorität“ wohl auch weniger im Kopf sitzen – sondern viel eher in Herz, Empfinden, persönlichem Gespür und Feingefühl.)

Autonomie und Vielfalt

Die einzige echte Minderheit ist das Individuum. Das Paradoxe: Individuen allein, können wenig bewegen; sie müssen sich also verbinden – aber nicht zu einem Kollektiv, sondern zu einer (Interessen-)Gemeinschaft der Individuen (Vorbildwirkung statt Bevormundung!)

Wir brauchen weder immer neue kollektive Ideologien, noch den geradezu magischen Glauben an die Selbstorganisation: denn diese findet letztlich meist auch nicht statt (und sei es deshalb, weil jeder auf die anderen wartet…) Natürlich muss eine „individuelle“ Revolution von innen kommen. Und sie liegt vielleicht auch schon in der Luft. Es kann aber nicht schaden, wenn es auch „äußere“ Katalysatoren, Impulse und inspirierende Visionen gibt! Jeder muss selbst gehen – aber warum soll nicht auch jemand als Vorbild voran schreiten…?

Bisher wurde immer eine Ideologie durch die andere, eine Institution durch die andere ersetzt – warum sollte es nicht einfach auch mit weniger Ideologie und weniger Institutionen gehen? Dafür jedoch mit mehr Augenmerk auf die innere Autorität jedes Einzelnen? (Und dadurch auch weniger Abhängigkeit von den immer stärker bröckelnden Infrastrukturen…?)

WIR müssen uns ändern – nicht “die” anderen…

„Fortschritt und Wachstum“ werden immer mehr zur kompensatorischen Prothese, zur Sucht nach Ersatzbefriedigungen.
Der Staat mag uns gegenüber dem Adel, die Wissenschaft gegenüber der Kirche emanzipiert haben – doch nun sind wir dafür Sklaven von Bürokratie, Expertokratie und Konsumdiktatur… Wir haben mehr Rechte, mehr Geld, mehr Wissen denn je – und sind dennoch (oder gerade deshalb) so fremdbestimmt und abhängig wie selten zuvor. Dennoch wollen die meisten ihren Glauben an äußere Autoritäten, an die Plan- und Machbarkeit von fast allem, noch nicht aufgeben. Da die Probleme andererseits immer größer werden, spielen wir eben mit ihnen Schwarzer Peter. Wir polarisieren dabei immer stärker – und schieben einander gegenseitig die Schuld zu, für all die Nebenwirkungen von wachsender Technisierung, Bürokratisierung und Konsumabhängigkeit.

Parlamentarier ohne Macht

 Posted by admin on 26. April 2011 at 14:29  Mehr Wahlrecht
Apr 262011
 

Parlamentarier ohne Macht

Eine neue deutsche Studie bringt spannende Ergebnisse – die wohl für Österreich genauso zutreffen. Und welche erneut die Frage aufwerfen: Ist die repräsentative Demokratie am Ende?

Die deutschen Parlamentarier fühlen sich nach einer von zwei Wissenschaftlern durchgeführten Umfrage erstaunlich bedeutungs- und einflusslos. Sie sehen heute nur noch in den Bürgern selber die wirklichen Motoren gesellschaftlicher Veränderungen. Die Autoren (von der Stiftung Change Centre und von der Heine-Universität in Düsseldorf) fassen die Ergebnisse so zusammen: Die Abgeordneten sehen ihre Rolle heute primär reaktiv, nicht mehr offensiv und aktiv. „Sie verstecken sich fast vor den Bürgern.“ Je nach Thema sehen sich zwischen 65 und 88 Prozent der deutschen Abgeordneten aus Bund, Land und Gemeinden als weitgehend machtlos, was gesellschaftliche Veränderungen betrifft.

Dieses von der Studie erhobene Ohnmachtsgefühl der Politiker korrespondiert seltsamerweise mit einem frustrierten Ohnmachtsgefühl der Bürger, dessen Wachsen man mit freiem Auge tagtäglich sehen kann. Meine Vermutung: Die Ohnmachtsgefühle der Bürger spiegelt primär jene der von ihnen eigentlich meist aus einer sehr konkreten Erwartungshaltung heraus gewählten Politiker wider, die sie ja täglich via Medien erleben.

Zugleich eröffnet dieses nur noch reaktive Handeln der Politik aber den Bürgern neue Chancen. Auf der linken Seite versuchen das seit einiger Zeit auch mit etlichem Erfolg die sogenannten Nichtregierungsorganisationen (NGO). Diese haben aber freilich keinerlei demokratische Legitimation und meist auch keine Massenunterstützung. Die NGO-Manie ist in Wahrheit nur eine geschickte neue Strategie der linken Machtmonopolisierung, seit die Bedeutung der Arbeiterklasse und Gewerkschaften stark abgenommen haben. Dass ausgerechnet der bürgerliche Finanzminister Josef Pröll jetzt Spenden an Greenpeace & Co steuerlich absetzbar machen will – jene für Lebensschutz-Organisationen aber nicht –, ist in Zeiten einer Schuldenkrise ein besonderes Rätsel am Rande, aber heute nicht das Thema.

Dieser NGO-Strategie haben bürgerliche Menschen bisher beklemmend wenig entgegenzusetzen gehabt. Sie merken nur, dass ihre demokratische Stimmabgabe alle vier oder fünf Jahre rasch an Bedeutung verloren hat, beschränken sich aber sonst meist auf das frustrierte Schimpfen. Da bürgerliche Menschen im Schnitt viel stärker beruflich oder familiär engagiert sind als linke, bringen sie es oft nicht zustande, sich in gleicher Form zu organisieren. Ihre alten Plattformen – von der Kirche über das traditionelle Vereinswesen bis zum ÖAMTC – haben zugleich signifikant an Bedeutung verloren.

Führt die offensichtliche Ohnmacht der Abgeordneten auch zum Ende der ganzen Demokratie? Das ist nicht auszuschließen. Aus dem Ohnmachts-Phänomen könnte jedoch auch ein neuer Impetus in Richtung auf eine echte direkte Demokratie entstehen. Dann wäre diese Krise der repräsentativen Demokratie eine sehr positive Sache.

Direkte Demokratie heißt, dass die Bürger selber bestimmen, ob und worüber sie abstimmen. Dass also eine Abstimmung stattfinden muss, wenn eine Gruppe genügend Unterschriften gesammelt hat.

Hingegen sind Volksbefragungen als beliebig von oben gesteuerte Vor- und Zwischenwahlkämpfe, wie sie etwa SPÖ neuerdings in ihrem Instrumentarium hat, natürlich keine direkte Demokratie: Siehe die skurrilen fünf Wiener Fragen vor der letzten Gemeinderatswahl; siehe den nunmehrigen Versuch, aus heiterem Himmel eine Volksbefragung zur Wehrpflicht zu veranstalten (offenbar will die SPÖ in einem wahlfreien Jahr dadurch parteipolitisches Tempo behalten und von viel drängenderen Fragen ablenken); siehe das geschickt getarnte Parteivolksbegehren des Hannes Androsch.

Solche Aktionen einer Scheindemokratie beschleunigen nur das Ende der repräsentativen Demokratie.

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Österreich bei Demokratie unterdurchschnittlich

 Posted by admin on 26. April 2011 at 12:02  Mehr Wahlrecht
Apr 262011
 

Unsere Verfassung, Politik, Parteien, Wahlrecht usw. sind vor mehr als hundert Jahren entstanden. Damals gab es kaum Zeitungen, kein Radio, kein Fernsehen, kein Internet, keine Computer. Kein Wunder, dass Politik und Verwaltung einfach von gestern sind.

Wenn du

  • nicht links oder rechts, sondern einfach du selbst bist
  • deine eigene und nicht eine geborgte Meinung hast
  • nicht nachlaufen sondern vorn dabei sein willst
  • nachgeben kannst, damit alle einen Kompromiss finden

dann bist du hier richtig.

…unösterreichische Österreicher?

 Posted by admin on 25. April 2011 at 20:51  Mehr Wahlrecht
Apr 252011
 

http://derstandard.at/1293370458717/HANS-RAUSCHER-Der-unoesterreichische-Oesterreicher

Muten wir den Österreichern ein größeres Format zu…

Wissenschaft und Staat – die beiden Grundübel

 Posted by admin on 25. April 2011 at 15:06  Mehr Wahlrecht
Apr 252011
 

Das Zeitalter der Plan- und Machbarkeit, des materialistischen Kollektivismus, der institutionellen Infrastrukturen, ist vorbei.
Staat und Wissenschaft sind Geschwister. (Parteien und “Experten” – mit den Medien als ihren Cousins, als Dritte im Bunde.) Sie entmündigen die individuelle, innere Autorität des Einzelnen. Bevormunden und manipulieren ihn.
Es ist Zeit für eine individuelle Revolution!
Die Französische Revolution war die Geburt der Herrschaft von Staat und Wissenschaft. Ihre Zeit ist vorbei.
Es gibt keine kollektiv gültigen Patentrezepte (mehr). Der Materialismus wird entzaubert.
Die Vollendung der Globalisierung bedeutet zugleich die Grenze der Wachstums- und Fortschrittsideologie des ökonomischen und wissenschaftlichen Materialismus.
Das Zeitalter des Subjektiven steht bevor.
“Autonomie in Vielfalt”, lautet das neue Motto.

Apr 252011
 

… nicht zwischen Rot und Schwarz

Die wichtigsten Zukunftsdiskurse finden längst nicht mehr zwischen Rot und Schwarz, ÖVP und SPÖ statt – sondern zwischen FPÖ und Grünen. Die große Koalition verwaltet nur noch den Niedergang. Wer wirklich in der „Mitte“ sein wollte, müsste schauen, wo Blaue und Grüne mit ihrer Kritik, mit ihren Anliegen recht haben – ihnen dann den Wind aus den Segeln nehmen. Stattdessen erleben wir eine fast hysterische Polarisierung, gegenseitige Schuldzuweisungen, immer unrealistischere Anspruchshaltungen und eine Eskalation der Unzufriedenheit auf allen Ebenen. (Die Polarisierung findet aber auch in den USA, Frankreich, Deutschland, in den Niederlanden und Großbritannien statt.)

Jedenfalls sind es, speziell in Österreich, meist nicht die „Großparteien“, die die wirklich brennenden Fragen ansprechen, sondern eher Grüne und FPÖ. Beide thematisieren verschiedene Formen von Freiheit – aber auch verschiedene Aspekte des Konservativismus. (Es liegt wohl in der menschlichen Natur, dass jeder vor allem die eigene Freiheit meint, die eigenen Vorteile bewahren will – dabei jedoch möglichst wenig Pflichten übernehmen möchte – und dort nach Veränderung verlangt, wo er selbst einen Mangel empfindet… Hier sachlich zu vermitteln, Realitäten ehrlich auszusprechen, mutige Vorschläge zu machen, wäre wohl Aufgabe einer konstruktiven Politik der Mitte.)

Doch Ideologien messen meist mit zweierlei Maß. Und die einen schießen dann eben links am Ziel vorbei, die anderen rechts… Ideologien sind letztlich Teilwahrheiten zur Rechtfertigung partikularen Eigennutzes.

Wer beispielsweise die Natur schützen will, müsste eigentlich auch das freie Spiel der Kräfte schützen. Und die natürlichste Wirtschaftsform ist nun einmal der Markt. Aber nicht alles im Leben ist eine Frage von Wettbewerb oder Ökonomie. Hier kommt die Kultur ins Spiel: Auch Kooperation ist ein Faktor, der den Fortschritt vorantreibt. Und Mitgefühl mit anderen ist letztlich genauso notwendig wie gesunder Egoismus. (Es ist müßig, immer nur eine Seite der Medaille zu betonen.)

Ich glaube, was ich empfinde

 Posted by admin on 25. April 2011 at 15:06  Mehr Wahlrecht
Apr 252011
 

Es ist besser, die Wahrheit selbst herauszufinden – als von anderen belehrt zu werden…

Keine zwei Menschen sind wirklich ganz gleich – und keine zwei Menschen können daher wohl wirklich ganz das gleiche glauben… Denn Glauben ist letztlich auch eine Empfindung; etwas, das man also in sich selbst findet. (Glaube kann natürlich auch eine Vorstellung sein. Aber vorstellen mag man sich so gut wie alles…) Das Empfinden lässt sich hingegen nicht so leicht manipulieren.

Viele verstehen unter Glauben natürlich auch Vertrauen und Hoffnung. Im Grunde gibt es jedoch kein einziges zwingendes Indiz dafür, dass die Welt an sich „gut“ (oder aber auch „schlecht“!) ist. Es bleibt offen.

Wir können allerdings entscheiden, ob wir andere Menschen gut behandeln oder schlecht. (Und hier spielt sicher auch wieder Vertrauen eine Rolle…)

Das Problem mit den Religionen ist vielleicht, dass sie dem Individuellen nicht ausreichend gerecht werden. Braucht also jeder Mensch gleichsam seine eigene Religion? Vielleicht, indem er sich aus jeder Religion das für ihn Passende heraussucht – was natürlich die Gefahr des Opportunismus birgt?

Das Wichtigste an Religion wäre vielleicht, dass sie uns daran erinnert, dass es etwas Größeres gibt als das eigene Ego: Sei es nun Gott, die Natur – oder andere Menschen.

Die NEUE Welt?

 Posted by admin on 25. April 2011 at 15:06  Mehr Wahlrecht
Apr 252011
 

Die letzten Jahrhunderte waren von den Folgen der Aufklärung und der Französischen Revolution, des technischen Fortschritts und materiellen Wachstums, von Staat und Wissenschaft geprägt. Die Bevölkerung ist explodiert, die technologischen Innovationen waren atemberaubend, der Konsum hat sich vervielfacht. Unabhängig von umstrittenen Grenzen des Wachstums: sind subjektive Zufriedenheit, Lebensqualität und Lebensfreude ebenso gewachsen? Wohl kaum, jedenfalls zunehmend weniger.

Wer leben in einer Periode des Wandels, stehen aber vielleicht erst vor noch größeren Veränderungen, möglicher Weise sogar einem Epochewandel. Die Welt wird nicht untergehen – und auch das goldene Zeitalter nicht ausbrechen. (Denn warum sollte das gerade jetzt passieren – nur weil WIR es sind, die jetzt leben?) Wenn man jedoch die Geschichte betrachtet, so haben Zeiten der Extreme, der Blüte, des Außergewöhnlichen, nie allzu lange gedauert. Dann kamen wieder längere Phasen der „Normalität“.

Das Zeitalter der „Plan- und Machbarkeit“ dürfte sich seinem Ende nähern. Für alles gab es eine Institution, einen Experten, die entsprechende Infrastruktur. Alles perfekt organisiert, basierend auf unzähligen Verträgen, auf Arbeitsteilung und Hierarchien. Für alles gab es eine Autorität: Staat und Wissenschaft lösten dabei Adel und Kirche ab. Es war bequem – aber wir wurden auch immer abhängiger…

Doch auf die äußeren Autoritäten ist nun immer weniger Verlass, die Infrastruktur bröckelt, die Konflikte nehmen zu (weil immer mehr Menschen immer mehr erwarten – dafür jedoch immer weniger zu tun bereit zu sein scheinen.) Die meisten haben nie etwas anderes erlebt als Wachstum, Fortschritt, Erleichterung des eigenen Lebens. Daran gewöhnt man sich – und gibt anderen die Schuld, wenn es einmal nicht mehr ganz so glatt läuft. Dann wird polarisiert und die Verantwortung auf andere projiziert.

Wir bräuchten vielleicht eine INDIVIDUELLE Revolution: basierend auf der persönlichen, inneren Autorität jedes Einzelnen. Individualismus, aber auch Empathie. Die Bereitschaft, sich auch in andere Individuen hinein zu versetzen, mitzufühlen.
Stattdessen erleben wir eher etwas wie eine Inquisition der politisch Korrekten und „Aufgeklärten“ – ein letztes Aufbäumen gegen das Neue. (Auch Religion gibt es immer öfter nur noch in Form von Fundamentalismus.)

Doch das Neue wird kommen, es wird nicht leicht sein, aber auch manche Verbesserung bringen – ob wir wollen oder nicht.

Der Mensch zerstört die Natur

 Posted by admin on 25. April 2011 at 15:06  Mehr Wahlrecht
Apr 252011
 

… und wir alle müssen die Rechnung dafür bezahlen

Die Klimadiskussion dreht sich um Beweise und wissenschaftliche Gutachten, um Expertenmeinungen und demokratische Entscheidungen. Ideologie wird als Information ausgegeben; Information als Wissen. Letztlich jedoch, ist es vor allem eine Glaubensfrage. Und in Glaubensfragen ist jeder gut beraten, nur zu glauben, was er wirklich selbst glaubt… Sich also von niemandem etwas einreden zu lassen.

Gelogen, getäuscht, übertrieben und verzerrt wird in ideologisch aufgeladenen Kontroversen meist von beiden Seiten. Man polarisiert, projiziert Schuld und Verantwortung, leitet daraus Ansprüche und Forderungen ab. Meistens haben andererseits auch beide Seiten zumindest teilweise Recht. (Auch wenn man es nicht gern zugibt: Die anderen sind ja auch nicht ganz dumm.)

Manchmal kann gesunder Menschenverstand helfen: Die Bevölkerungsexplosion der letzten Jahrzehnte war atemberaubend; das Transportaufkommen, der Rohstoffverbrauch, die Abfallproduktion haben in gigantischem Ausmaße zugenommen. Meint man wirklich, dies alles könne ohne Folgen bleiben – und überdies auch noch ewig so weitergehen? Wir erleben eine der extremsten Epochen der Geschichte. Solche Epochen dauern meist nicht allzu lange. Und dann? Es folgen meist lange Phasen der Stagnation – oder dramatische Einbrüche.

Natürlich können wir die Wahrheit (also unsere Probleme) noch ein bisschen länger verdrängen, statt sie endlich zu lösen (was natürlich mit großen Anstrengungen, Verzicht und Opfern verbunden wäre) – doch es ist wie mit den exemplarischen öffentlichen und privaten Schulden: Je länger man wartet, desto teurer wird es.

Was wir unter Wachstum verstehen, ist längst kein Fortschritt mehr. Eher eine Sucht, die nach ständiger Dosissteigerung verlangt. Weil Konsum immer stärker zur Kompensation wird, zum Ersatz für das, was uns eigentlich jeweils wirklich fehlt… Und das bekämen wir wohl eher durch Umkehr – als durch weitere Flucht in Eskalation, Wettrüsten und Materialschlacht.

Meinungsfreiheit oder Political Correctness?

 Posted by admin on 25. April 2011 at 15:06  Mehr Wahlrecht
Apr 252011
 

Man darf vielleicht gerade noch eine eigene Meinung haben – aber äußern darf man sie nicht mehr! Frei wären wir eigentlich nur noch im Kopf… Der Sinn der Political Correctness besteht aber eben gerade darin, die freie Meinungsäußerung zu unterbinden: wenn es freiwillig wäre, bräuchte man sie ja nicht!

Auch Gleichberechtigung gibt es erst, wenn alle gleich stark sind – also wahrscheinlich nie. Denn wer verzichtet schon freiwillig auf seine Macht? Das einzige absolute Recht ist das Faustrecht. (Alles andere ist ein frommer Wunsch.) Natürlich können sich auch viele Schwache gegen wenige Starke verbünden. Dazu müssen sie sich aber erst einem Kollektiv unterwerfen. (Solidarität wird dabei hauptsächlich durch einen “Außenfeind” gewährleistet.)

Das freie Spiel der Kräfte lässt sich zwar vorübergehend behindern, aber nie langfristig verhindern.

Inflation oder Deflation?

 Posted by admin on 25. April 2011 at 15:06  Mehr Wahlrecht
Apr 252011
 

Rohstoffe werden teurer, Arbeit dafür billiger werden

Über Jahrzehnte hat unser System die Arbeitsproduktivität erhöht, die Produktivität von Rohstoffen und natürlichen Ressourcen hingegen eher vernachlässigt. War ja auch bequem: Denn arbeiten ist anstrengend, der immer höhere Verbrauch von Ressourcen hingegen, überhaupt nicht. Das Preisgefüge wird sich ändern (müssen). Die Frage nach Inflation oder Deflation sollte daher differenziert gesehen werden. (Wobei einander gegenläufige Trends wohl teilweise neutralisieren werden.)

Die Weltbevölkerung ist explodiert. Das kann zwar nicht ewig, durchaus aber noch einige Zeit so weitergehen. Logische Folge: Natürliche Ressourcen werden immer knapper – Arbeitskräfte hingegen in immer höheren Zahlen zur Verfügung stehen.

Außerdem wird sich der Konsumschwerpunkt von Luxus einerseits und Diskont andererseits, wohl wieder mehr Richtung Qualität verlagern. Was wird wirklich gebraucht? Und was ist wirklich das Geld wert, das es kostet? Luxus wird nicht gebraucht. Und Billigwaren sind letztlich oft gar nicht preiswert: Weil sie manchmal ebenfalls gar nicht gebraucht werden. Und zweitens nicht selten von minderer Qualität und Haltbarkeit sind.

Freie Meinungsäußerung

 Posted by admin on 25. April 2011 at 15:06  Mehr Wahlrecht
Apr 252011
 

Demokratie, Rechtsstaat, Kultur und Menschlichkeit stehen und fallen mit der Möglichkeit zur freien Meinungsäußerung

Es gibt viele Sichtweisen – und viele alternative Modelle für Politik und Gesellschaft. Es sollte eigentlich möglich sein, dass jeder Einzelne die Dinge so beschreiben und artikulieren kann, wie er sie wirklich sieht oder empfindet.
Normale Gespräche werden jedoch zusehends schwieriger. Immer mehr Menschen leiden gleichsam unter ideologischen „Allergien“: es genügt oft ein einziges Wort – und jede sachliche Diskussion wird unmöglich.
Jeder erwartet vom anderen das Schlechteste, unterstellt gleich das Schlechteste – und fühlt sich bestätigt, wenn dann die selbsterfüllende Prophezeiung auch eintrifft…
Es hat nun einmal nicht jeder dieselben Ansichten, Interessen, Vorlieben und Ängste. Es sind eben auch nicht alle Menschen gleich. Einander dies jedoch zum Vorwurf zu machen, bringt wenig.

Es wäre wohl wichtig, fein zu differenzieren – möglichst alle Aspekte einer Angelegenheit zu berücksichtigen, dabei ehrlich, aber auch einfühlsam zu sein. Polarisierung und Schwarz-Weiß-Malerei führen meist zu Übertreibung und Hysterie – oder dazu, dass alles Unerwünschte auf die jeweils anderen projiziert wird!
Hier lastet vielleicht der Fluch des „Wissenschaftlichen“ und des kategorischen Imperativs: doch nicht alles muss immer gleich zu einem Gesetz erhoben werden, „objektiv richtig“ sein, zu einem zwingenden Rechtsanspruch führen.
Wenn wir einander aber gegenseitig unsere eigenen Empfindungen verbieten, hört sich alles auf! Jeder müsste die Gelegenheit haben, Dinge so zu beschreiben, wie er sie auch wirklich sieht…

Wir brauchen die Autonomie des Einzelnen – und die respektvolle gegenseitige Ergänzung in Vielfalt.

Paradies auf Erden?

 Posted by admin on 25. April 2011 at 15:06  Mehr Wahlrecht
Apr 252011
 

Wettstreit der Utopien

Wenn jeder den „perfekten“ Partner hätte, wären wir dann zufrieden?
Wenn jeder den für ihn perfekten Job hätte?
Würden wir uns damit begnügen; würde uns langweilig?

Wenn jeder nur nähme, was er braucht – und gäbe, was er geben kann, könnte auch hier vieles besser sein. (Wir nehmen ja oft anderen etwas weg, aus lauter Angst – oder als “Revanche”, weil wir das Gefühl haben, es werde uns selbst etwas vorenthalten – und so entsteht schließlich eine Kettenreaktion… Und jeder sucht nach immer mehr “Kompensation”, weil er immer weiter vom Wesentlichen, Eigentlichen, Eigenen wegkommt – sich selbst verliert, verstellt oder verkauft… Weil wir uns, wie Montaigne schon zu Beginn der Neuzeit sagte, aus uns selbst vertreiben, zu Markte tragen und verbrauchen lassen.)

Letztlich eine Vertrauensfrage. Wie kann man Vertrauen bilden? Sicher durch gutes Vorbild.
Aber es wird immer wieder die Versuchung geben, dieses „Gefangenen-Dilemma“ zum jeweils eigenen Vorteil auszunützen – also das Vertrauen der anderen zu missbrauchen.
Denn Leben ist oft mühsam: Krankheit, Verlust, Vergänglichkeit – vor allem aber Konkurrenz…
Da ist es nicht so leicht, immer optimistisch, fair und vorbildlich zu bleiben!
So kann Misstrauen entstehen. (Wie, woher kommt das „Böse“ in die Welt – weil nicht jeder bereit ist, einfach die eigene Rolle zu spielen? Weil das Gras woanders „grüner“ zu sein scheint? Weil es nicht immer leicht ist, längere Zeit einfach zufrieden zu sein?)
Konkurrenz wird es immer geben, weil wir sie im Grunde brauchen. Ohne Sieger und Besiegte, scheinen wir auf längere Sicht fast nicht leben zu können. (Es geht ja nicht nur um obejktive Leistung, sondern vor allem auch um relativen “Erfolg”.) Sind wir gleichsam “verdammt” zum Kampf?

Man müsste aber einerseits durchaus Utopien (einfach als Denkmöglichkeit – quasi: “was wäre wenn…?”) formulieren und propagieren; andererseits aber akzeptieren, dass nur kleine kontinuierliche Schritte der Annäherung realistisch sind. “Es” aber nie ganz erreicht werden kann. (Wie der Polarstern, der auch als Orientierung dienen – aber nicht erreicht werden – kann.)

Man kann auch niemanden dazu zwingen, alle Menschen (Gruppen) zu lieben. (Diese Illusion führt erst recht zu Hass… Das ist das Problem der so genannten „Gutmenschen“: Sie halten jede Utopie für konkret machbar.)

Fazit: Die Welt könnte jedenfalls viel besser sein – perfekt wird sie kaum jemals werden. In diesem Spannungsfeld müssten wir versuchen, das Beste aus dem jeweils Möglichen zu machen… Also sehr wohl Utopien formulieren. Es aber erstens jedem selbst überlassen, ob und an welcher Utopie er sich orientieren möchte; zweitens akzeptieren, dass wir sie ohnehin (fast) nie ganz realisieren können; und drittens einsehen, dass das gar nicht so schlecht ist!

Alle gleich? Alles egal?

 Posted by admin on 25. April 2011 at 15:06  Mehr Wahlrecht
Apr 252011
 

Von der Gleichheit über die Gleichmacherei zur Gleichgültigkeit?

Der Gleichheitswahn kennt keine Grenzen. Wir werden so lange nivellieren, bis wir alle gemeinsam am Boden sind. Von der Gleichheit über die Gleichmacherei zur Gleichgültigkeit?
Die einen wollen eher einen nationalen Sozialismus (innerhalb des Landes sollen alle, soll alles gleich gemacht werden); die anderen lieber gleich einen internationalen: auf der ganzen Welt sollen alle und alles gleich gemacht werden… Manchmal kann durch Nivellierung das Niveau vielleicht ein wenig gehoben werden; fast immer jedoch, sinkt es. Die Gesetze der Schwerkraft…

Mut zur Utopie

 Posted by admin on 25. April 2011 at 15:06  Mehr Wahlrecht
Apr 252011
 

Aber auch Mut zur Wahrhaftigkeit

Utopien können sehr gefährlich sein, wenn sie für „konkret realisierbar“ gehalten werden. (Beispiele aus der Geschichte der Religionen, Staaten, Philosophien, aber auch Wirtschaftssysteme, gibt es leider genügend.) Gar keine Utopien zu haben, ist aber auch gefährlich. Denn Utopien erweitern den Denk- und Möglichkeitsraum; motivieren zu Kreativität und Einsatzbereitschaft; machen auch das Leben interessanter.

Man könnte nun sagen, jeder solle für sich seine eigene Utopie formulieren. Doch es braucht zusätzlich oft auch einende, verbindende Ideen, Ideale oder Vorbilder. Es ist gut, wenn jeder Einzelne Orientierung von innen, aus sich selbst heraus findet; das allein, muss aber nicht immer genügen. Es bedarf oft auch übergeordneter Ziele – und geglückter Koordination und Organisation.

Es gibt eine Ideologie die besagt, wenn jeder nur tue, was er selbst für richtig halte, ergebe sich alles von selbst: Das wäre allerdings angewandte Magie. (Abgesehen davon, dass viele Menschen weder bereit, noch fähig zu sein scheinen, wirklich ausschließlich aus sich selbst heraus Orientierung zu finden: Es wird immer Hierarchien geben. Und dem entsprechend auch Menschen, die Ziele – aber auch Utopien – nicht nur für sich, sondern auch für andere formulieren… Zum Beispiel in der Mode.) Manche Menschen sind auch einfach eher „Herdentiere“, die sich lieber wechselseitig aneinander orientieren – statt immer nur einen eigenen Weg zu suchen.

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