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IN ÖSTERREICH WIRD SICH NICHTS ÄNDERN…

 Posted by cb on 2. Mai 2017 at 18:33  Aktuell
Mai 022017
 

…wenn sich SPÖ und ÖVP nicht ändern! Der Reformstau in Österreich geht weiterhin von SPÖVP aus.

Diese beiden Parteien besetzen immer noch ca. 95% aller wichtigen Ämter und Positionen im öffentlichen Bereich. Proporz, Parteienwirtschaft, Föderalismus, Kammer- und Gewerkschaftsunwesen, verhindern seit Jahrzehnten fällige Reformen. Reformen scheitern in Österreich nicht in erster Linie daran, dass es keine guten Ideen und Lösungsansätze gäbe; bereits seit Jahrzehnten lägen für die wichtigsten Probleme des Landes ausgezeichnete Lösungskonzepte in allen möglichen Schubladen – ihre Umsetzung wird jedoch von einem „Machtkartell der Etablierten“ systematisch blockiert.

Den meisten Bürgern ist leider zu wenig bewusst, wie wichtig Themen wären, wie: Wahlrecht und direktere Demokratie; Verwaltungsreform; Kompetenzverteilung, Föderalismus und Finanzausgleich; Gewaltentrennung; Parteien- und Medienfinanzierung; Einfluss von Verbänden und Lobbys aller Art… Es wird lieber über Symptome geschimpft – statt die Ursachen zu beheben.

Wie kann man die guten Ideen endlich aus den Schubladen herausbringen – ausreichenden Druck auf die Parteipolitik ausüben? Es sind leider abstrakte Themen, die für viele Menschen nicht leicht verständlich sind – und die sich auch von den Medien schwer für emotionales Themensetting bzw. für Kampagnen verwenden lassen. Aber sie legen letztlich die Rahmenbedingungen und Spielregeln unseres Zusammenlebens fest – und bestimmen darüber, wie Macht und Geld verteilt werden.

Daher wäre es so wichtig, möglichst vielen Menschen entsprechende Zusammenhänge – und deren Bedeutung und Auswirkungen – besser bewusst zu machen. Etwa, wie viel uns unsere ineffizienten, intransparenten und korrupten Strukturen kosten – und wie hoch der Fehlsteuerungsaufwand durch Inkompetenz, Ideologie und strukturelle Korruption in Österreich tatsächlich ist! Wie große menschliche, finanzielle, aber auch natürliche Ressourcen ständig verschwendet werden; und wie viel besser es uns gehen könnte.

Oft ereifern sich Medien und deren Konsumenten mit großer Emotion über Fälle von vergleichsweise harmlosem Machtmissbrauch oder vergleichsweise unbedeutender Geldverschwendung. Die wirklich großen Skandale – nämlich den strukturellen Machtmissbrauch und die systematische Geldverschwendung, in zum Teil ungeheurem Ausmaß – scheinen hingegen fast niemanden aufzuregen… Nur so ist es erklärbar, dass die Bürger und Wähler letztlich seit vielen Jahrzehnten zusehen, wie ein Parteienkartell (das, was den Zugang zum Geld, vor allem aber zur Macht betrifft, noch immer überwiegend aus SPÖ und ÖVP besteht!), sie weiterhin mit allen möglichen machtpolitischen und ideologischen Tricks gegeneinander ausspielt… (Statt umgekehrt!!!)

Ist „soziale Gerechtigkeit“ ungerecht?

 Posted by cb on 13. November 2016 at 15:29  Aktuell
Nov 132016
 

Wir müssen einfach nur GERECHT sein, also möglichst jedem Einzelnen gerecht werden…

„Soziale Gerechtigkeit“, ist eines der beliebtesten Schlagwörter unserer Tage. Was aber bedeutet das genau? Wenn Gerechtigkeit gerecht ist – was ist dann “soziale Gerechtigkeit”? Warum wird das Wort „sozial“ vorangestellt? Würde es nicht völlig genügen, einfach von Gerechtigkeit zu sprechen?

Es gibt zwei Möglichkeiten: entweder „soziale Gerechtigkeit“ und „Gerechtigkeit“ bedeutet das gleiche. Dann ist das Attribut „sozial“ ein unnötiges Füllwort. (Vielleicht, weil viele denken: „SOZIAL”, klingt immer gut?“) Wahrscheinlicher aber ist, dass sehr wohl etwas anderes gemeint ist: dass mit dem Wort „sozial“, also ganz bestimmte Vorstellungen verbunden werden! Dass Gerechtigkeit vor allem aus einer ganz bestimmten, subjektiven Perspektive gesehen werden soll… Dies wäre dann allerdings – aus vielen anderen Perspektiven – ungerecht! Denn wirklich gerecht werden, kann man ohnehin jeweils nur einem einzelnen Individuum in einer konkreten Situation.

„Sozial“, bezieht sich immer auf die anderen. Es könnte also bedeuten, mit anderen mitzufühlen, für sie Verständnis aufzubringen, einander zu helfen. Es kann aber auch gemeint sein, Ungleiche(s) gleich zu machen! Da dies jedoch im Grunde höchstens auf materieller Ebene möglich ist, wird mit „sozialer Gerechtigkeit“, letztlich meist materielle Gerechtigkeit (und möglichst: Gleichheit) gemeint. Damit werden aber sehr viele Aspekte des Lebens ausgeklammert: Gesundheit, individuelle Fähigkeiten, Intelligenz, Attraktivität – aber auch allgemeinere Begriffe, wie „Glück“ oder Lebensfreude. Dies legte dann aber nahe, dass „soziale Gerechtigkeit“, in letzter Konsequenz oft ungerecht sein muss…

Man kann natürlich sagen, „nur auf die materielle Ebene haben wir Einfluss“ – aber erstens stimmt das nicht (es gibt ja auch schon Versuche, gleichsam „Schicksal umzuverteilen“ – also etwa Menschen für empfundene oder auch reale Benachteiligungen aller Art zu entschädigen – etwa auch bezogen auf die oben genannte Kategorien) – und zweitens, wäre das auch gar keine legitime Begründung!

Echte Gleichheit wird, kann und soll es wohl nie geben. Sie zu erzielen, überstiege bei weitem unser Urteilsvermögen, ließe sich auch faktisch schwer bewerkstelligen – und hätte überdies zum Teil geradezu monströse Auswirkungen. Letztlich bedeutete es aber auch die Anmaßung, sozusagen „Gott spielen zu wollen“…

Was wir jedoch tun können: uns darum bemühen, dass Ungleichheit nicht zu groß wird. Und zwar vor allem dadurch, dass wir uns in Empathie üben, uns auch in andere hinein versetzen (um sie besser verstehen, aber auch besser mit ihnen mitfühlen zu können) – und nicht zuletzt dadurch, dass wir Rahmenbedingungen schaffen, in denen sich möglichst viele Menschen – gemäß ihren Fähigkeiten – produktiv, kreativ und konstruktiv einbringen können. Und dann wird sich auch zeigen, dass Wettbewerb im Grunde etwas Belebendes und Schöpferisches ist…

Wollt ihr gleich sein oder frei?

 Posted by cb on 30. Juli 2016 at 14:06  Aktuell
Jul 302016
 

Differenzieren statt diskriminieren. Integrieren statt nivellieren.

Wieso ist “Gleichheit” für viele so ein wichtiges Dogma? Jeder ist, wie er ist… Die Vielfalt, das Seltene, wäre doch eigentlich das Wertvolle.

Wir müssen uns entscheiden: wer für immer mehr Gleichheit ist, ist letztlich gegen die Freiheit: Ungleichheit macht uns auch frei. Ungleiches gleich zu machen, kann hingegen bedeuten, Freie unfrei zu machen…

Wer anderen ihre Eigenart nimmt – oder sie daran hindert, diese zu leben – der nimmt ihnen auch ihre Freiheit. (Ohne dabei unbedingt jemand anderem etwas zu geben!) Freiheit kostet nichts. Gleichmacherei hingegen, kostet nicht nur Vielfalt und Freiheit, sondern bedeutet gleichsam auch eine “Verstaatlichung des Schicksals”.

Absolute Gleichheit gibt es ja im Grunde nur in der Mathematik. Menschen sind einander lediglich mehr oder weniger ähnlich. (Und das auch nur in mancher Hinsicht.)

Freiheit ist ein “absoluter” Wert; Gleichheit hingegen, höchstens ein relativer. Wer nimmt sich das Recht, Ungleiches gleich zu machen?
Differenzieren statt diskriminieren. Integrieren statt nivellieren.

Wir bräuchten vielleicht ein stärker ausgeprägtes Bewusstsein für Zusammenhänge, mehr “Ganzheitlichkeit”… Ideologien sind weder ganzheitlich/integrativ, noch differenziert. Sie vereinfachen, polarisieren – und projizieren Unerwünschtes oft einfach auf Feindbilder. Schuld sind dann die anderen! Das ist der Kern, das Wesen, jeder Ideologie.

Ideologien sind Halbwahrheiten, zur Rechtfertigung partikularer Interessen und Ansprüche.

Wir sollten immer feiner differenzieren: das ist das beste Mittel gegen Diskriminierung. Wenn real existierende Unterschiede geleugnet werden (oder dies sogar von anderen verlangt wird!),  dann fördert das eher Vorurteile, als dass es diese überwindet. (Wer selbst nicht die ganze Wahrheit sagt, liefert anderen außerdem einen Vorwand, selbst die Unwahrheit zu sagen.)

Natürlich liberal…

 Posted by cb on 22. Juni 2016 at 14:44  Aktuell
Jun 222016
 

…freies Spiel ALLER Kräfte!

Warum kann man die Dinge, die Menschen, das Leben nicht einfach fließen, sich entfalten, wachsen und wieder vergehen lassen? Warum glauben wir, uns überall einmischen zu müssen? Immer das Richtige erkennen zu können? Warum halten wir uns für so mächtig,  alle Dinge immer in den Griff bekommen zu können?

Man könnte doch einfach die Dinge wachsen, fließen, sich entwickeln lassen. Die Natur, die Kultur, die Menschen… Ganzheitlicher Liberalismus sozusagen; das hieße letztlich, möglichst freies Spiel aller Kräfte– statt Einmischung, Bevormundung.

Vor allem auch Vertragsfreiheit. Möglichst ideologiefrei. Weder Beharrung als Selbstzweck; noch Veränderung als Selbstzweck. Fortschritt ist immer gut, wenn es wirklich einer ist – also eine spürbare Verbesserung oder Problemlösung.

Und jeder soll doch auch glauben können, was er eben glauben will und kann…

Die Soziologie versucht – überspitzt formuliert – eine „natürliche“ Ordnung immer mehr durch eine „unnatürliche“ zu ersetzen. Alles ist geplant, „gemacht“. Man möchte nichts sich selbst überlassen. Alles Ideologische wird verherrlicht. Jede Ideologie wird dem von selbst Gewachsenen vorgezogen.

Nichts darf  sich mehr von selbst entfalten, sich frei entwickeln – überall wird eingegriffen. In die Erziehung und Bildung; in die Wirtschaft, das Unternehmerische; aber auch in die Natur. Dabei wird mit zweierlei Maß gemessen: es gibt immer Gegner und Befürworter, bei den meisten dieser Eingriffe. Hauptsache wir haben ein Feindbild…

Ideologien sind im Grunde Kopfgeburten: Im Kopf kann jeder schalten und walten, wie er will… Aber das Leben findet nicht nur in unserer Vorstellung statt. Sondern auch im Empfinden jedes einzelnen Menschen. Gefühle sind letztlich sogar viel „ehrlicher“ als Vorstellungen. (Man kann sie nicht so leicht manipulieren.) Empfindungen sind oft ambivalent, vielfältig, „bunt“. Nicht einfach schwarz-weiß – wie die Vorstellungen, die  Ideologien.

Der Glaube an die Plan- und Machbarkeit hat sich seit Aufklärung und Französischer Revolution fast bis zum Größenwahn gesteigert.

„Natürlicher Liberalismus“, hieße hingegen freies Spiel ALLER Kräfte. Nicht nur jener, die einem zufällig genehm sind. Natürlich ist es sinnvoll einzugreifen, wenn es zu Übertreibungen kommt, wenn sich Dinge schlecht entwickeln. Aber warum muss denn immer schon im Voraus eingegriffen werden – noch bevor man überhaupt ahnt, wie sich eine Sache oder Situation entwickeln wird? (Noch dazu, wo ja selten pragmatisch, fast immer jedoch entsprechend verschiedener Ideologien eingegriffen wird?)

Wirtschafts-Kompetenz statt Parteien-Wirtschaft…

 Posted by cb on 28. August 2015 at 13:13  Aktuell
Aug 282015
 

Wirtschafts-Kompetenz liegt bei Unternehmern, nicht bei Parteien…

Kompetenz heißt Zuständigkeit. Wer ist zuständig für Wirtschaft? Die Unternehmer, natürlich!

Der Staat – also die Parteien – sollten endlich aufhören, kreative, fleißige, tüchtige Unternehmer zu behindern:
durch immer höhere Steuern und Abgaben; durch immer mehr Bürokratie, Vorschriften und Verbote; durch Bevorzugung parteinaher Günstlinge, Branchen und Lobbys; und nicht zuletzt durch ideologische Vorurteile – die als Vorwand dienen, sich ganz ungeniert ins freie Spiel der Kräfte einzumischen…

Es gibt nichts Natürlicheres, als die Freiheit. Doch der Parteienstaat nimmt sie uns. Das Recht geht zwar laut Verfassung “vom Volk aus” – aber es kommt nicht oder nur teilweise wieder zum Volk zurück. Die Bürger fühlen sich als “Untertanen”, die der Obrigkeit Tribut zollen müssen – von dieser bevormundet werden – und sich dann auch noch für deren “Großzügigkeit” bedanken sollen…

Ähnliches gilt für die Steuern: alles Geld kommt von den Bürgern -doch ein guter Teil versickert in der staatlichen Verwaltung; ein weiterer wird verwendet, um über Umverteilungsmaßnahmen -Förderungen, Subventionen, Sozialleistungen – auch Wählerstimmen zu den jeweils regierenden Parteien “umzuverteilen”… Und nur ein Teil wird für wirklich sinnvolle und wirksame Maßnahmen eingesetzt.

Der beliebteste Vorwand für die Einmischung des Parteien-Staates in das Leben der Bürger lautet: Gleichheit! Denn Gleichheit sei immer gerecht. Und soll daher jeden Eingriff und jede Umverteilung rechtfertigen… Nützen tut dies aber vor allem den Kartell-Parteien!

Jul 092015
 

…schrieb schon Tacitus. (Und die meisten Steuern, könnte man noch hinzu fügen!) Aber was war zuerst?

Je unfähiger die Politik ist, wirklich wesentliche Probleme zu lösen; je weniger ethische Vorbildwirkung Politiker haben – desto weniger scheinen sich auch Bürger mit den Gesetzen zu identifizieren; und desto mehr neue Gesetze werden wieder beschlossen… Wie kann man den Teufelskreis durchbrechen?

Wer mehr Freiheit will, sollte seine eigene Verantwortung nicht freiwillig abgeben, sondern wahrnehmen. “Dem wird befohlen, der sich nicht selbst gehorchen kann”, heißt es etwa bei Nietzsche.

Es gibt aber auch Gesetze, an die man sich hält, weil es das eigene Gewissen gebietet – weil man sie als richtig (an)erkennt. Und solche, an die sich viele Leute nur halten, aus Angst vor Strafe. Also nur, wenn sie fürchten, “erwischt” zu werden. Bei uns nehmen leider letztere Gesetze zu.

Die Bürger werden dadurch aber zusehends kriminalisiert. Und manchmal möchte man beinahe glauben, fast alles sei schon verboten – außer den Dingen, für die man Steuern zahlen muss…

Doch auch unsere Meinungsfreiheit wird immer mehr zur Illusion. Dass wir kaum noch sagen dürfen, was wir wirklich denken und empfinden, ist vielleicht sogar die größte Katastrophe überhaupt… Wenn man nicht mehr offen und ehrlich miteinander reden kann, hört sich vieles auf. Warum unterwerfen sich dennoch so viele Menschen – unter Ideologien, Bevormundung, Meinungsdiktate?

Recht ist letztlich immer auch Faustrecht: Recht des Stärkeren, aber auch Recht der Masse gegenüber der Minderheit, dem Individuum. Recht basiert – oder beruft sich – natürlich oft auch auf Gott oder die Natur. Das sicherste Mittel gegen das Faustrecht, lautete jedoch letztlich Vertragsfreiheit. Sich besser vertragen, indem man Verträge schließt… Möglichst freiwillig, möglichst direkt.

Da natürlich nicht alles durch unmittelbare Verträge geregelt werden kann, braucht es auch Gesetze. (Einen Gesellschaftsvertrag hat ja bekanntlich noch nie jemand persönlich unterschrieben.) Aber diese Gesetze sollten besser legitimiert sein – am besten durch eine möglichst direkte Demokratie. (Persönlichkeitswahlrecht, Volksabstimmungen etc.)

Außerdem bedarf es einer klareren Trennung der Staatsgewalten. Der Parteieneinfluss ist in Österreich fast überall zu stark: In Regierung, Parlament, Justiz – aber auch in Medien, Wissenschaft und Kultur…

NEUE ZEIT – NEUES CREDO!

 Posted by cb on 14. Juni 2015 at 15:42  Aktuell
Jun 142015
 

GESINNUNGSWANDEL, KULTURWANDEL, SYSTEMWANDEL…

Die globalisierte Welt ist eine Welt der äußeren Autoritärten und großen Institutionen; der Homogenisierung und zunehmenden Überforderung. Sie ist beherrscht von einem Kampf der Ideologien, einer Materialschlacht um Ressourcen – und einer Flucht in die Eskalation…. Von wachsender Anmaßung und Selbstüberschätzung, auf Kosten von Demut und Bescheidenheit.

Je mehr jeder Einzelne seine eigene Verantwortung freiwillig abgibt -und in Abhängigkeit gerät (von immer mehr Konsum; von zusehends anonymer und eigengesetzlicher Technologie; von den Meinungen immer enger spezialiserter Experten – und nicht zuletzt, von den Leistungen eines macht- und geldgierigen Staates) – desto mehr menschliches Potential wird vergeudet.

Vielleicht nehmen wir einfach die Materie zu wichtig, auf Kosten des Geistes? Den Intellekt, auf Kosten von Gefühl und Empfinden? Gesetze, auf Kosten von Prinzipien? Das Kollektiv, auf Kosten des Individuums – aber auch das Ego, auf Kosten von Empathie und Mitgefühl?

Vielleicht Wissen, Information und Ideologie – auf Kosten von Gewissen, persönlichem Glauben und Bewusstsein für Zusammenhänge? Vielleicht auch Spezialisierung und Expertentum – auf Kosten von Ganzheitlichkeit, gesundem Menschenverstand und eigenständigem Urteilsvermögen?

Ganz sicher die Parteien, auf Kosten der Menschen. Das Große gegenüber dem Kleinen; die Quantität gegenüber der Qualität; und das Gemachte gegenüber dem Gewachsenen…

Wir bräuchten wieder größtmögliche Meinungs- und Vertragsfreiheit! Einen offenen Diskurs und ein schöpferisches Klima… Kleinere, überschaubare Einheiten. Und eine Gemeinschaft der Individuen, statt eines Kollektivs der Egoisten.

Respekt ist Herzenssache! Ideologie ist Kopfsache…

 Posted by cb on 20. April 2015 at 09:47  Aktuell
Apr 202015
 

Respekt ist vor allem eine Frage des Empfindens! Mit Ideologie läuft man meist entweder offene Türen ein – oder man beißt auf Granit…

Wien (OTS) – Gefühle kann man nicht so leicht kontrollieren, wie Gedanken. Jeder kann mehr oder weniger denken, was er will. Wie wir uns fühlen, lässt sich hingegen nicht so leicht steuern. Schon gar nicht von außen. Meinungsführer, Marktführer, Machthaber -”Etablierte” aller Art – haben jedoch ein Interesse, ihre hervorgehobene Position zu bewahren. Wichtige Voraussetzung dafür ist es, möglichst starken Einfluss auf möglichst viele Menschen auszuüben. Und nichts ist aus Sicht eines etablierten Systems gefährlicher, als Leute, die nicht den gängigen ideologisch-korrekten Modetrends folgen – sondern ihrem eigenen Empfinden! Bürger also, die ihre Urteile und Entscheidungen selbst fällen… Die Menschen sollen daher – aus deren Sicht – nicht zu viel selbst denken – aber noch viel weniger, selbst fühlen. (Denn Gefühle sind ja noch weit unbestechlicher als Gedanken.)

Schon Kinder werden ja eher dafür belohnt, dass sie sich verstellen -als dass sie zu sich – also vor allem auch zu ihren eigenen Empfindungen – stehen. “Vertrauen ist gut, Kontrolle jedoch besser!” Noch bevor Kinder ihr eigenes Wertegefüge entfalten können, wird ihnen also “sicherheitshalber” bereits von außen eines aufgeprägt.

Es scheint überhaupt kaum eine größere “Tugend” zu geben, als Verdrängung. Denn je mehr Leute die Wahrheit verdrängen, desto weniger fällt es auf…

Wer nicht mit seinen eigenen Empfindungen und Gefühlen verbunden ist, wird jedoch kaum je ein eigenständiger Mensch sein können. Und wer nicht weiß, was er wirklich will – der weiß auch kaum, was er wirklich braucht. Also wird er oder sie auch anfälliger für Ersatzbefriedigungen und Kompensationen aller Art.

Wir sollten uns daher eigentlich niemals von anderen Menschen vorschreiben lassen, was wir denken. Aber noch viel weniger, was wir fühlen. Im Grunde kann uns ohenhin niemand daran hindern – am ehesten wohl noch, jeder Einzelne sich selbst… Man kann uns nur daran hindern, es auch zu sagen! Aber ist das sinnvoll?

Meinungsfreiheit heißt ja zum Glück nicht, dass jeder tun kann, was er will!! Wenn man jedoch offen und ehrlich seine Meinung artikulieren kann, dann besteht zumindest die Chance, dass andere darauf eingehen. Dass es einen Dialog, Austausch gibt. Dann zählen Argumente – und man kann Verträge schließen. Und wer das Gefühl hat, gehört – und vielleicht auch verstanden – zu werden, ist wohl auch eher dazu bereit, anderen zuzuhören. Sie ebenfalls zu verstehen.

Das wäre der Unterschied zwischen Empathie und Ideologie: Man ist eher bereit, sich auch in andere hinein zu versetzen – statt zu versuchen, einander gegenseitig die jeweils eigene Meinung aufzuzwingen.

Sie sagen “Multi-Kulti” – und meinen Nivellierung…

 Posted by cb on 12. April 2015 at 17:45  Aktuell
Apr 122015
 

Aus lauter Angst zu diskriminieren, hört man auf zu differenzieren; und aus dem Wunsch zu integrieren, wird letztlich nivelliert…

Man könnte meinen, Multikulturalismus bedeute Vielfalt… Doch manchen scheint fast jedes Mittel recht zu sein, um Ungleiches gleich zu machen. (Sehr oft im Namen von Tugend und Gerechtigkeit.) Gleichheit ist aber kein Wert an sich! Wichtiger wäre es daher zu schauen, dass es möglichst vielen Menschen möglichst gut geht. Und das erreicht man am ehesten durch Menschlichkeit, Mitgefühl, Mut und Ehrlichkeit…

Kultur heißt Differenzierung. Kultur hat mit Kult zu tun, aber auch mit Natur. Ist etwas Gewachsenes. Mit Wurzeln, Ursprüngen verbunden – wie ein Fluss. Aber auch in Geistesgegenwart, auf der Höhe der Zeit… Weder Bewahrung, noch Veränderung als Selbstzweck.

Wenn verschiedene Kulturen “durchmischt” werden, kommt es leider nicht unbedingt zu größerer Vielfalt. Gerade die Globalisierung ist letztlich ein Beispiel kultureller Homogenisierung. (Auch wenn dadurch ideologische Polarisierung und Fundamentalismen zunehmen.)

Und wenn auch Kunst immer mehr mit Soziologie und Marketing zu tun hat – immer “künstlicher” wird – verkommt sie leicht zur Ideologie… Etwa zur Vorstellung, dass alles “Gemachte” besser sei, als Gewachsenes. (Vor allem natürlich, das Gleich-Gemachte…)

Kopflastigkeit, Hybris, Fortschrittsillusion…

Man will nichts mehr sich selbst überlassen. “Wenn wir Gewachsenes verändern; wenn wir möglichst viel eingreifen und steuern – dann wird alles besser.” (Außerdem können wir uns dann natürlich auch besser an unseren eigenen Interessen orientieren!)

Der Mensch selbst scheint keine Bestimmung mehr zu haben, dafür gibt es immer mehr Bestimmungen… Das Recht wird in Rechte zerteilt – und aufgeteilt.

Und Ethos wird langsam aber sicher durch Moralvorstellungen ersetzt. Respekt oder Demut, oft durch subalterne Unterwerfung… Nicht mehr Prinzipien sind dann das Maß, sondern eher Konventionen und politisch korrekte Modeerscheinungen.

Die Zeit von Multi-Kulti ist letztlich eine Zeit der Unkultur. Zwecke ersetzen den Sinn – und werden dadurch oft zum Selbstzweck… Überhaupt soll alles möglichst gebrauchsfertig sein, funktional. Verbrauch kommt vor kreativer Wertschöpfung. Quantität vor Qualität. Und Anpassung vor eigenständiger Gestaltung.

Gleichheit wird zu einer Religion – und Gleichmacherei zur höchsten Tugend. Jeder Unterschied muss fast zwanghaft nivelliert werden. Und nicht nur Geld und Besitz sollen umverteilt werden – sondern am liebsten gleich das Schicksal selbst.

Denn alles, was das Kollektiv nicht durch Ideologie, Bürokratie und Technokratie kontrollieren kann, wird suspekt. Also sollen am liebsten schon die Kinder möglichst früh “verstaatlicht” werden – gleichsam ihrer individuellen (Selbst-)Bestimmung beraubt.

Denn das Materielle beherrscht zusehends den Geist, der Intellekt das Leben – und Staat und Konsum die Menschen… Wer aber “seine Seele verkauft”, dem bleiben letztlich nur noch Orientierungslosigkeit, Ersatzbefriedigungen und die Almosen des Staates.

Neo-Liberalismus – was ist das?

 Posted by cb on 6. April 2015 at 17:07  Aktuell
Apr 062015
 

Über den “Neoliberalismus” schimpfen derzeit vor allem jene, die Demokratie am liebsten mit Sozialismus verwechseln. Die Demokratie hat natürlich etwas Nivellierendes – weil ja jeder genau eine Stimme hat. Egal, ob er intelligent, gebildet, engagiert, anständig, fleißig ist – oder nicht. Das mag zwar ungerecht sein, aber es stimmt dennoch, dass die Demokratie noch immer mit Abstand das beste Herrschaftssystem von allen ist. Denn natürlich haben die Wähler nicht immer recht – aber sie bekommen immerhin regelmäßig die Chance, ihre Fehler wieder zu korrigieren…

In der Politik ist die Demokratie das beste System, das wir kennen. In der Wirtschaft ist es hingegen der Markt. In gewisser Weise ist natürlich auch die Demokratie ein Markt – und der Markt eine Art von Demokratie. Abe es gibt einen Unterschied: auf dem Markt sind nicht alle gleich. Auf dem Markt sind jene besser, die kreativer sind, mehr leisten, größeren Nutzen stiften. Beides ist in gewisser Weise gerecht: die Gleichheit an der Wahlurne – und die Ungleichheit auf dem Markt.

Demokratie, Rechts- und Sozialstaat garantieren jedem Bürger ein Minimum an Einfluss, Grundrechten und Sicherheit. Sie stellen gleichsam einen “Hygienefaktor” dar – das heißt, sie können Menschen nicht glücklich machen, ihnen nicht zu einem erfüllten Leben verhelfen. Aber sie können allen Menschen einen gewissen Schutz bieten, gewisse Minimalstandards, ein Fundament.

Glücklich, wirklich zufrieden, schöpferisch und produktiv,  kann aber letztlich jeder nur selbst werden. Man kann (und soll) jedem, der hilfsbedürftig ist, auch Hilfe anbieten. (Aber man sollte niemanden “zwangsbeglücken”, der gar nicht um Hilfe gebeten hat!)

Nicht Gleichheit ist von vorrangiger Bedeutung, sondern Menschlichkeit, Mitgefühl, Toleranz. Nivellierung fördert nicht die Integration. Im Gegenteil – sie fördert die Diskriminierung: als unmittelbare Reaktion darauf, dass Ungleiches gleich behandelt worden ist…

Das beste Mittel gegen Diskriminierung, heißt Differenzierung. Oder anders formuliert: Ehrlichkeit! Die Leute wollen nicht angelogen werden. Sie wollen die Wahrheit hören. Und sie wollen auch das, was sie selbst als gut und richtig empfinden, offen artikulieren können. Und wer ihnen das verbieten möchte, sollte sich lieber nicht wundern, wenn er damit genau das Gegenteil dessen bewirkt, was er erreichen zu wollen vorgibt…

PS: sowohl der Markt als auch die Demokratie funktionieren leider nicht immer so, wie wir es gerne hätten. Parteien, Konzerne, Medien, aber auch Experten aller Art, können Oligarchien, Monopole oder Kartelle bilden. Und es ist dann eher sekundär, von wem wir bevormundet, entmündigt oder enteignet werden… Es geht immer öfter nicht um die Frage: Staat oder Privat – immer mehr um Groß versus Klein, Institutionen aller Art versus Individuum, Schuldprojektion oder Eigenverantwortung. Small is beautiful…

 

Der Unterschied zwischen Markt und Demokratie?

 Posted by cb on 11. Oktober 2014 at 15:17  Aktuell
Okt 112014
 

Die eine ist „gut“, der andere „böse“…

Im Grunde wären natürlich beide gut: der Markt und die Demokratie! Wenn man sie nur ließe… Stattdessen will man uns weismachen, dass nur die Demokratie gut sei: Das liegt aber vor allem daran, dass es eigentlich gar keine echte Demokratie ist – sondern eher eine Parteienoligarchie. Denn das „Gute“ – aus Sicht der Parteien – ist ja gerade, dass dabei SIE die Macht haben – und nicht (wie sie vorgeben) die Bürger! Als Bürger haben sie uns schon weit „besser“ entmachtet denn als Marktteilnehmer – und deshalb wollen sie den Markt (also uns!) auch noch weiter schwächen…

Der Markt ist immer „nur“ subjektiv. Der Staat hingegen, hält sich für objektiv. Aber wer ist der Staat? Laut Verfassung wären es eigentlich die Bürger. Zum Beispiel in Österreich aber, sind es natürlich die Parteien. Genauer gesagt: die Spitzen einiger Parteien. Eine echte Demokratie ist das im Grunde nicht – eher eine „doppelte Oligarchie“. Erstens eine Oligarchie DER Parteien; zweitens eine Oligarchie INNERHALB der Parteien…

Der Staat dient diesen vor allem auch als Vorwand. Sie reden vom „Primat der Politik“ (gegenüber den Märkten.) Wieso soll eigentlich die Politik einen Primat haben? Sind es nicht die Politiker, die das schlechteste Image im ganzen Lande haben? (Aber dennoch die Gesetze beschließen, an die sich alle Bürger halten sollen – und zwar nicht einmal wirklich im Parlament, sondern letztlich fast immer in den Parteizentralen…) Und sind es nicht die Politiker, die Milliarden und Aber-Milliarden an Steuergeldern vergeuden? (Und die daher die Steuern ständig erhöhen wollen.)

Auch der Markt kann irren – weil Menschen immer irren können. (Und auch für den Rechtsstaat gilt natürlich: sowohl die Gesetze als auch deren Vollziehung sind nur Menschenwerk.)

Seit der Französischen Revolution hat der Gesetzesglaube einen langen Siegeszug gefeiert: Der Glaube an staatliche, aber auch an „wissenschaftliche“ Gesetze… Wobei sich ja auch der Staat gerne auf die Wissenschaft beruft: so soll seinem „Objektivitätsanspruch“ eher Genüge geleistet werden… Aber auch die Gesetze der Wissenschaft – sofern es sich nicht um Mathematik  handelt – sind ja nicht absolut! (Und da man außerdem als Leitwissenschaft unserer Tage wohl die Soziologie bezeichnen könnte, geht es oft sogar in erster Linie um Ideologien.)

In gewisser Weise handelt es sich dabei wohl auch um einen Glauben an die „Plan- und Machbarkeit von fast allem“ – also auch an die Planbarkeit der Welt durch Gesetze. Die Gesetze werden daher also nicht in der Natur beobachtet oder abgeleitet – sondern eben aus der menschlichen Vorstellung „gesetzt“. (Sie sind dadurch zumeist an einem Zweck orientiert. Und der ist natürlich erst recht wieder subjektiv.)

In der Demokratie hat jeder genau eine Stimme; auf dem Markt hingegen, haben nicht alle Teilnehmer gleich viel Geld. Beides hat Vor- und Nachteile. Absolute Gleichheit kann genauso ungerecht sein, wie große Ungleichheit. Gerechtigkeit lässt sich schwer oder gar nicht beurteilen – also sagen manche: am einfachsten ist, wir setzen einfach alle(s) gleich. Das ist zwar praktisch, aber eben nur in den seltensten Fällen gerecht. Weil ja die Menschen selbst eben auch nicht alle gleich sind – wie sehr sich auch manche darum bemühen mögen, sie gleich zu machen.

Das Gute an Markt und Demokratie ist, dass hier jeweils andere die Leistungen der Marktteilnehmer beziehungsweise Politiker beurteilen können. Allerdings nur, wenn es keine Monopole oder Oligopole gibt. Das heißt, wenn der Zutritt zu diesen Märkten (auch die Demokratie ist ja letztlich eine Art Markt) offen ist, wenn für alle die gleichen Regeln gelten – und wenn es irgendeine Art von Schiedsrichter gibt, der die Einhaltung der Regeln kontrolliert. Diese Rolle spielt einerseits die Justiz (sofern sie von der Politik, aber auch von finanzstarken Lobbys wirklich unabhängig und auch „ideologisch“ unparteiisch ist) – und natürlich die Bürger, als Wähler und Konsumenten.

Kollektive müssen keineswegs immer „objektiver“ sein als Individuen. Wenn alle – gemäß der gerade gängigen Mode – an die gleiche Ideologie glauben, dann können auch alle zusammen falsch liegen. Wenn hingegen jeder Einzelne nach bestem Wissen und Gewissen sich eine eigene Meinung bildet und seine eigenen Urteile fällt, dann ist die Chance, dass sich alle irren weit geringer. Daher sollte man eben Markt und Demokratie nicht am Funktionieren hindern: sich möglichst wenig in die Entscheidungsfindung der Bürger einmischen, sie nicht bevormunden oder gar entmündigen.

Wo herrscht also mehr und freierer Wettbewerb: am Markt oder in der Demokratie? In Österreich eher am Markt. Dies sollte man dem Markt jedoch – in einer verdrehten Logik – nicht zum Vorwurf machen: nicht der Markt (also dessen Teilnehmer) gehören entmachtet – sondern die Demokratie sollte gestärkt werden! Durch mehr Transparenz, ein freieres Spiel der Kräfte, mehr Wahlmöglichkeiten und eine bessere Trennung der Gewalten. (Und durch mehr Subsidiarität statt Zentralisierung.)

Sonst besteht die Gefahr, dass die Parteien (und deren Ideologien) nach der Demokratie, in Österreich auch den Markt immer weiter lähmen. Zum Teil ist dies ja bereits geschehen: zumal es ja jeweils die gleichen Menschen sind, die entmachtet werden (sollen) – sei es als Staatsbürger, sei es als Marktteilnehmer. Denn der Primat der Politik ist ja auch ein Primat der etablierten Parteien – und so also vor allem ein Vorwand, um den Bürgern immer mehr Macht, Geld und Souveränität zu nehmen. (Und darin sind sich diese Parteien dann leider auch – bei allem  internen Hickhack – zumeist einig.)

Letztlich geht es darum, weiter an der Macht zu bleiben – ganz unabhängig von der eigenen Leistung. Die drei wichtigsten Mittel dazu heißen: Gesetze, Steuern und Umverteilung. (Fast eine moderne Form des Ablasshandels.) Immer mehr Gebote und Verbote; immer mehr und höhere Steuern und Abgaben; und „Umverteilung“ als Vorwand, um den eigenen Machterhalt noch irgendwie zu legitimieren!

Was heißt schon „Bildung“?

 Posted by cb on 24. August 2014 at 20:06  Aktuell
Aug 242014
 

Alle reden von Bildung. Bildung gilt als Allheilmittel. Wofür eigentlich?

Wir leben in einem Zeitalter, in dem Denken, Wissen, Information, Ideologie deutlich höher eingeschätzt werden, als Empfinden und Gefühle. (Aufklärung, Französische Revolution…) Warum eigentlich? Streben nicht die meisten Menschen in ihrem Leben in erster Linie Glück an – und ist Glück nicht ein Gefühl?

Doch im Denken, im Kopf, sind wir quasi allmächtig – da können wir tun und lassen, was wir wollen. Gefühle lassen sich nicht so leicht manipulieren – sind also letztlich viel ehrlicher und werden daher gerne (aus dem Bewusstsein) verdrängt. Man will keine „Schwäche“ zeigen.

Wenn Bildung nur die Übertragung von Wissen, Information oder gar Ideologie ist – wohin soll sie uns dann aber führen? RICHTUNG bekommt der Einzelne wohl eher aus seinem Empfinden – also von innen. Eigenes Urteilsvermögen, Denkfähigkeit, Bewusstsein für größere Zusammenhänge wären gefragt. Geistige Unabhängigkeit also.

Doch viele Menschen “leben lieber in ihren Vorstellungen” – als in einer Wirklichkeit, die sie nicht so gut kontrollieren können. Und Vorstellungen sind meist sehr plastisch, eher undifferenziert – es wird polarisiert und Unangenehmes oft auf andere projiziert. Das ist bequem, löst aber keine Probleme. Weil die Gegenseite das gleiche macht…

Gefühle hingegen, erinnern uns an die eigene Verwundbarkeit. Also werden sie verdrängt – und durch “passende” Vorstellungen ersetzt.

Meinungsfreiheit ist wichtig…

 Posted by cb on 2. August 2014 at 14:59  Aktuell
Aug 022014
 

zumal man ohnehin niemanden seine Meinung verbieten kann – man kann ihn nur bestrafen, wenn er sie äußert! Also erst nachher… Das wird andere dann vielleicht hindern, ihre Meinung – die sie ja auf jeden Fall haben – ebenfalls zu äußern. Ist das sehr sinnvoll?

Die Meinung wird dann immerhin weniger verbreitet. Anderen wird bewusst, dass der Inhalt der Meinung zumindest problematisch ist. Das Klima wird weniger vergiftet.

Andererseits jedoch, haben Verbote immer auch ihren Reiz: Nämlich gerade erst recht das Verbotene zu tun… Außerdem führen sie oft zu geradezu „allergischen“ Gegenreaktionen. Der Reiz führt dann zur Überreaktion – wodurch sich wiederum die andere Seite (also jene, die das Verbot ausgesprochen, sich dafür ausgesprochen haben) herausgefordert fühlt (bzw. bestätigt): wodurch sich die Spirale weiter bewegt…

Am Ende kann es sein, dass beide Seiten mehr oder weniger Gespenster jagen – die einander gegenseitig am “Leben” erhalten. 

Letztlich sollte es doch vor allem um Menschlichkeit gehen; um Empathie und Fingerspitzengefühl. Und darum zu differenzieren: Manchmal kann schon eine Kleinigkeit verletzen; manchmal ein viel größerer Anlass hingegen nicht… Statt sich stur an Ge- und Verbote zu halten – die meist mit der jeweiligen „ideologischen Mode“ gehen – wäre es vielleicht besser, ein Sensorium zu entwickeln, was man wann und wie sagen kann. (Wenn jemand andere bewusst verletzen will, dann wird er immer einen Weg finden, aber das ist etwas anderes.)

Viel wichtiger als die politisch korrekte Wortwahl sollte es doch eigentlich sein, den anderen zu vermitteln, dass man auf sie Rücksicht nimmt, mitfühlt, ihnen gerecht werden möchte. Das wäre doch eigentlich Kultur. Letztlich geht es doch viel eher darum, wie etwas gemeint ist: wenn es böse gemeint ist, findet sich immer ein Weg, es auch auf „legale“ Weise zu artikulieren. (Und wenn diese dann auch verboten wird, eben auf wieder andere Weise… Usw.)

Die Absicht zählt; und die Bemühung, andere so zu behandeln, wie diese dies möchten – sofern ihnen das auch einiger Maßen „zusteht“. (Niemand sollte z.B. von anderen verlangen dürfen, dass diese lügen – nur weil ihm selbst die Wahrheit nicht genehm ist – oder?) 

Meinungsfreiheit ist letztlich Gedankenfreiheit – und die kann einem ohnehin niemand nehmen. Lippenbekenntnisse bringen uns nicht weiter. Eher schon Respekt und Dialogbereitschaft.

Und Toleranz ist keine Einbahnstraße…

Was unterscheidet Zivilcourage von Political Correctness?

 Posted by cb on 24. Juli 2014 at 09:54  Aktuell
Jul 242014
 

Zivilcourage bedeutet vor allem, auf der Seite der Leidenden zu sein.

Auch dann für andere einzutreten, wenn dies für einen selbst mit Nachteilen verbunden sein kann: Sei es durch direkte Repressalien – sei es durch Spott oder Verachtung. Meist gerade von jenen, die selbst eben keine Zivilcourage haben. (Dafür oft ein schlechtes Gewissen.)

Zivilcourage erfordert also nicht nur Mut und Ehrlichkeit, sondern auch Mitgefühl und Selbstbewusstsein. Es bedarf quasi – im positiven Sinne – einer gewissen Schamlosigkeit. (Oft wird ja Mitgefühl als Schwäche gesehen – weil man meint, nur jemand der selbst schwach ist, könne für Schwache Verständnis aufbringen. Dies wird dann auch noch dadurch verstärkt, dass man denkt, die Leidenden seien ja eigentlich selber schuld – und so etwas könne einem selbst ohnehin nie passieren.)

Zivilcourage wird manchmal auch mit simpler Frechheit verwechselt. Doch es geht dabei ja nicht in erster Linie um Eigeninteressen, sondern um Unpopuläres… Der größte ideologische Modetrend unserer Zeit heißt Political Correctness. Wer jedoch nicht die Kriterien erfüllt, nach denen man – gemäß dem letzten Stand des gerade “Korrekten” – als benachteiligt oder gar als Opfer gelten kann, hat Pech. Ja er wird oft sogar gnadenlos gejagt: Weil es nicht in erster Linie um Menschlichkeit zu gehen scheint, sondern um Ideologie.

Political Correctness ist Mode, ist chic. Zivilcourage ist hingegen gerade gefragt, wenn es nicht chic ist… Ständig wird derzeit etwa  über Minderheiten geredet, über deren Rechte und Benachteiligung. Dies zu vertreten, erfordert aber meist nur wenig Mut, weil es sich eben oft um Modetrends handelt. Am bittersten nötig hätten unsere Zivilcourage daher gerade jene, die keiner Gruppe angehören. Die Minderheit schlechthin, ist immer noch das Individuum.

Auf der Seite der (wirklich) Leidenden zu sein, hieße vor allem, mitfühlend zu sein. Statt das Leid der anderen einfach zu verdrängen, zu ignorieren. Zuallererst einmal mit jenen empathisch, die einem ohnehin nahe sind… Kein Mensch kann natürlich objektiv beurteilen, wie sehr ein anderer leidet. Deshalb sind wir letztlich immer auf das individuelle Empfinden angewiesen.

Einfach “Rechte” zu postulieren oder zu fordern, ist meist illusorisch. Und fast das Gegenteil von Zivilcourage. Wir haben im Grunde keine Rechte – wir können nur mitfühlend sein miteinander. Wo sollten denn abstrakte Rechte überhaupt herkommen? (Auch hier gilt ja: vor dem Nehmen, muss immer ein Geben kommen. Und zwar nicht auf Kosten Dritter.)

Bessere PR für die PC?

 Posted by cb on 6. Juli 2014 at 14:33  Aktuell
Jul 062014
 

Wenn die „politisch Korrekten“ ihre Ziele auch wirklich erreichen wollen, sollten sie vielleicht ihre Methoden ändern!

Wie immer, wenn es um PR geht, ist Ehrlichkeit letztlich besser, als Täuschung. Wer wirklich an etwas glaubt, sich wirklich „im Recht“ fühlt, der braucht nicht mit zweierlei Maß zu messen, Fakten zu verdrehen oder zu übertreiben.

Es sollte genügen, die Dinge einfach beim Namen zu nennen, einfach zu sagen, was ist.

Polarisierung und (gegenseitige) Schuldzuweisungen mögen vorübergehend für Aufmerksamkeit sorgen – Probleme werden dadurch nur in seltensten Fällen gelöst. Der Schwarze Peter wird da oft zum Boomerang…

Es ist besser, jene, die man überzeugen möchte, gleichsam selbst auf etwas „draufkommen“ zu lassen – anstatt ihnen das Gefühl zu vermitteln, dass sie bevormundet werden sollen. Demut und Bescheidenheit wirken zumeist überzeugender, als Bevormundung oder Selbstgerechtigkeit.

Wer in der Zukunft mehr Toleranz, Mitgefühl und Respekt im zwischenmenschlichen Umgang anstrebt, sollte möglichst darauf verzichten, den jeweils anderen immer die Vergangenheit vorzuwerfen. Wem die Vergangenheit verziehen wird, der ist meist natürlich viel eher bereit, sich – oder das eigene Verhalten – in Zukunft zu ändern. (Man muss ja nicht gleich alles vergessen – kann einander aber wenigstens, so gut man eben kann, vergeben…)

Gefährlich ist es auch, immer gleich von „Rechten auf…“ zu sprechen – das erhöht sofort den Widerstand der Gegenseite… Der kategorische Imperativ ist kein gutes Instrument zur Friedensstiftung. (Und was nicht freiwillig gemacht wird, ist ohnehin nicht viel wert.) Es muss (ja soll wohl) nicht immer gleich Sieger und Verlierer geben – es können auch mehrere Sicht- oder Verhaltensweisen nebeneinander bestehen.

Oft sind die „Parteien“ in weltanschaulichen Auseinandersetzungen im Grunde gar nicht so weit auseinander… Wer sich selbst in seiner Eigenart respektiert fühlt, ist meistens eher bereit, dies anderen ebenfalls zuzugestehen. (Vorurteile beruhen ja sehr oft auf Gegenseitigkeit.)

Leider gibt es immer Menschen und Gruppen, die von Konflikten profitieren. Sie sind dann keine guten Anwälte in der Sache. „Teile und herrsche“, gilt leider häufig auch in ideologischen Fragen… Also lassen wir uns nicht auseinander dividieren – sondern suchen wir das Gemeinsame, Verbindende – aber leugnen auch nicht die Unterschiede.

„Differenzieren statt diskriminieren – integrieren statt nivellieren“, könnte hier vielleicht ein Motto sein! Womit wir wieder bei der Ehrlichkeit wären.

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