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Sie sagen “Multi-Kulti” – und meinen Nivellierung…

 Posted by cb on 12. April 2015 at 17:45  Aktuell
Apr 122015
 

Aus lauter Angst zu diskriminieren, hört man auf zu differenzieren; und aus dem Wunsch zu integrieren, wird letztlich nivelliert…

Man könnte meinen, Multikulturalismus bedeute Vielfalt… Doch manchen scheint fast jedes Mittel recht zu sein, um Ungleiches gleich zu machen. (Sehr oft im Namen von Tugend und Gerechtigkeit.) Gleichheit ist aber kein Wert an sich! Wichtiger wäre es daher zu schauen, dass es möglichst vielen Menschen möglichst gut geht. Und das erreicht man am ehesten durch Menschlichkeit, Mitgefühl, Mut und Ehrlichkeit…

Kultur heißt Differenzierung. Kultur hat mit Kult zu tun, aber auch mit Natur. Ist etwas Gewachsenes. Mit Wurzeln, Ursprüngen verbunden – wie ein Fluss. Aber auch in Geistesgegenwart, auf der Höhe der Zeit… Weder Bewahrung, noch Veränderung als Selbstzweck.

Wenn verschiedene Kulturen “durchmischt” werden, kommt es leider nicht unbedingt zu größerer Vielfalt. Gerade die Globalisierung ist letztlich ein Beispiel kultureller Homogenisierung. (Auch wenn dadurch ideologische Polarisierung und Fundamentalismen zunehmen.)

Und wenn auch Kunst immer mehr mit Soziologie und Marketing zu tun hat – immer “künstlicher” wird – verkommt sie leicht zur Ideologie… Etwa zur Vorstellung, dass alles “Gemachte” besser sei, als Gewachsenes. (Vor allem natürlich, das Gleich-Gemachte…)

Kopflastigkeit, Hybris, Fortschrittsillusion…

Man will nichts mehr sich selbst überlassen. “Wenn wir Gewachsenes verändern; wenn wir möglichst viel eingreifen und steuern – dann wird alles besser.” (Außerdem können wir uns dann natürlich auch besser an unseren eigenen Interessen orientieren!)

Der Mensch selbst scheint keine Bestimmung mehr zu haben, dafür gibt es immer mehr Bestimmungen… Das Recht wird in Rechte zerteilt – und aufgeteilt.

Und Ethos wird langsam aber sicher durch Moralvorstellungen ersetzt. Respekt oder Demut, oft durch subalterne Unterwerfung… Nicht mehr Prinzipien sind dann das Maß, sondern eher Konventionen und politisch korrekte Modeerscheinungen.

Die Zeit von Multi-Kulti ist letztlich eine Zeit der Unkultur. Zwecke ersetzen den Sinn – und werden dadurch oft zum Selbstzweck… Überhaupt soll alles möglichst gebrauchsfertig sein, funktional. Verbrauch kommt vor kreativer Wertschöpfung. Quantität vor Qualität. Und Anpassung vor eigenständiger Gestaltung.

Gleichheit wird zu einer Religion – und Gleichmacherei zur höchsten Tugend. Jeder Unterschied muss fast zwanghaft nivelliert werden. Und nicht nur Geld und Besitz sollen umverteilt werden – sondern am liebsten gleich das Schicksal selbst.

Denn alles, was das Kollektiv nicht durch Ideologie, Bürokratie und Technokratie kontrollieren kann, wird suspekt. Also sollen am liebsten schon die Kinder möglichst früh “verstaatlicht” werden – gleichsam ihrer individuellen (Selbst-)Bestimmung beraubt.

Denn das Materielle beherrscht zusehends den Geist, der Intellekt das Leben – und Staat und Konsum die Menschen… Wer aber “seine Seele verkauft”, dem bleiben letztlich nur noch Orientierungslosigkeit, Ersatzbefriedigungen und die Almosen des Staates.

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