DasMedium

Vision 2050

DieMitte

Agenda 2050

Respekt ist Herzenssache! Ideologie ist Kopfsache…

 Posted by cb on 20. April 2015 at 09:47  Aktuell
Apr 202015
 

Respekt ist vor allem eine Frage des Empfindens! Mit Ideologie läuft man meist entweder offene Türen ein – oder man beißt auf Granit…

Wien (OTS) – Gefühle kann man nicht so leicht kontrollieren, wie Gedanken. Jeder kann mehr oder weniger denken, was er will. Wie wir uns fühlen, lässt sich hingegen nicht so leicht steuern. Schon gar nicht von außen. Meinungsführer, Marktführer, Machthaber -„Etablierte“ aller Art – haben jedoch ein Interesse, ihre hervorgehobene Position zu bewahren. Wichtige Voraussetzung dafür ist es, möglichst starken Einfluss auf möglichst viele Menschen auszuüben. Und nichts ist aus Sicht eines etablierten Systems gefährlicher, als Leute, die nicht den gängigen ideologisch-korrekten Modetrends folgen – sondern ihrem eigenen Empfinden! Bürger also, die ihre Urteile und Entscheidungen selbst fällen… Die Menschen sollen daher – aus deren Sicht – nicht zu viel selbst denken – aber noch viel weniger, selbst fühlen. (Denn Gefühle sind ja noch weit unbestechlicher als Gedanken.)

Schon Kinder werden ja eher dafür belohnt, dass sie sich verstellen -als dass sie zu sich – also vor allem auch zu ihren eigenen Empfindungen – stehen. „Vertrauen ist gut, Kontrolle jedoch besser!“ Noch bevor Kinder ihr eigenes Wertegefüge entfalten können, wird ihnen also „sicherheitshalber“ bereits von außen eines aufgeprägt.

Es scheint überhaupt kaum eine größere „Tugend“ zu geben, als Verdrängung. Denn je mehr Leute die Wahrheit verdrängen, desto weniger fällt es auf…

Wer nicht mit seinen eigenen Empfindungen und Gefühlen verbunden ist, wird jedoch kaum je ein eigenständiger Mensch sein können. Und wer nicht weiß, was er wirklich will – der weiß auch kaum, was er wirklich braucht. Also wird er oder sie auch anfälliger für Ersatzbefriedigungen und Kompensationen aller Art.

Wir sollten uns daher eigentlich niemals von anderen Menschen vorschreiben lassen, was wir denken. Aber noch viel weniger, was wir fühlen. Im Grunde kann uns ohenhin niemand daran hindern – am ehesten wohl noch, jeder Einzelne sich selbst… Man kann uns nur daran hindern, es auch zu sagen! Aber ist das sinnvoll?

Meinungsfreiheit heißt ja zum Glück nicht, dass jeder tun kann, was er will!! Wenn man jedoch offen und ehrlich seine Meinung artikulieren kann, dann besteht zumindest die Chance, dass andere darauf eingehen. Dass es einen Dialog, Austausch gibt. Dann zählen Argumente – und man kann Verträge schließen. Und wer das Gefühl hat, gehört – und vielleicht auch verstanden – zu werden, ist wohl auch eher dazu bereit, anderen zuzuhören. Sie ebenfalls zu verstehen.

Das wäre der Unterschied zwischen Empathie und Ideologie: Man ist eher bereit, sich auch in andere hinein zu versetzen – statt zu versuchen, einander gegenseitig die jeweils eigene Meinung aufzuzwingen.

Sie sagen “Multi-Kulti” – und meinen Nivellierung…

 Posted by cb on 12. April 2015 at 17:45  Aktuell
Apr 122015
 

Aus lauter Angst zu diskriminieren, hört man auf zu differenzieren; und aus dem Wunsch zu integrieren, wird letztlich nivelliert…

Man könnte meinen, Multikulturalismus bedeute Vielfalt… Doch manchen scheint fast jedes Mittel recht zu sein, um Ungleiches gleich zu machen. (Sehr oft im Namen von Tugend und Gerechtigkeit.) Gleichheit ist aber kein Wert an sich! Wichtiger wäre es daher zu schauen, dass es möglichst vielen Menschen möglichst gut geht. Und das erreicht man am ehesten durch Menschlichkeit, Mitgefühl, Mut und Ehrlichkeit…

Kultur heißt Differenzierung. Kultur hat mit Kult zu tun, aber auch mit Natur. Ist etwas Gewachsenes. Mit Wurzeln, Ursprüngen verbunden – wie ein Fluss. Aber auch in Geistesgegenwart, auf der Höhe der Zeit… Weder Bewahrung, noch Veränderung als Selbstzweck.

Wenn verschiedene Kulturen „durchmischt“ werden, kommt es leider nicht unbedingt zu größerer Vielfalt. Gerade die Globalisierung ist letztlich ein Beispiel kultureller Homogenisierung. (Auch wenn dadurch ideologische Polarisierung und Fundamentalismen zunehmen.)

Und wenn auch Kunst immer mehr mit Soziologie und Marketing zu tun hat – immer „künstlicher“ wird – verkommt sie leicht zur Ideologie… Etwa zur Vorstellung, dass alles „Gemachte“ besser sei, als Gewachsenes. (Vor allem natürlich, das Gleich-Gemachte…)

Kopflastigkeit, Hybris, Fortschrittsillusion…

Man will nichts mehr sich selbst überlassen. „Wenn wir Gewachsenes verändern; wenn wir möglichst viel eingreifen und steuern – dann wird alles besser.“ (Außerdem können wir uns dann natürlich auch besser an unseren eigenen Interessen orientieren!)

Der Mensch selbst scheint keine Bestimmung mehr zu haben, dafür gibt es immer mehr Bestimmungen… Das Recht wird in Rechte zerteilt – und aufgeteilt.

Und Ethos wird langsam aber sicher durch Moralvorstellungen ersetzt. Respekt oder Demut, oft durch subalterne Unterwerfung… Nicht mehr Prinzipien sind dann das Maß, sondern eher Konventionen und politisch korrekte Modeerscheinungen.

Die Zeit von Multi-Kulti ist letztlich eine Zeit der Unkultur. Zwecke ersetzen den Sinn – und werden dadurch oft zum Selbstzweck… Überhaupt soll alles möglichst gebrauchsfertig sein, funktional. Verbrauch kommt vor kreativer Wertschöpfung. Quantität vor Qualität. Und Anpassung vor eigenständiger Gestaltung.

Gleichheit wird zu einer Religion – und Gleichmacherei zur höchsten Tugend. Jeder Unterschied muss fast zwanghaft nivelliert werden. Und nicht nur Geld und Besitz sollen umverteilt werden – sondern am liebsten gleich das Schicksal selbst.

Denn alles, was das Kollektiv nicht durch Ideologie, Bürokratie und Technokratie kontrollieren kann, wird suspekt. Also sollen am liebsten schon die Kinder möglichst früh „verstaatlicht“ werden – gleichsam ihrer individuellen (Selbst-)Bestimmung beraubt.

Denn das Materielle beherrscht zusehends den Geist, der Intellekt das Leben – und Staat und Konsum die Menschen… Wer aber „seine Seele verkauft“, dem bleiben letztlich nur noch Orientierungslosigkeit, Ersatzbefriedigungen und die Almosen des Staates.

Neo-Liberalismus – was ist das?

 Posted by cb on 6. April 2015 at 17:07  Aktuell
Apr 062015
 

Über den “Neoliberalismus” schimpfen derzeit vor allem jene, die Demokratie am liebsten mit Sozialismus verwechseln. Die Demokratie hat natürlich etwas Nivellierendes – weil ja jeder genau eine Stimme hat. Egal, ob er intelligent, gebildet, engagiert, anständig, fleißig ist – oder nicht. Das mag zwar ungerecht sein, aber es stimmt dennoch, dass die Demokratie noch immer mit Abstand das beste Herrschaftssystem von allen ist. Denn natürlich haben die Wähler nicht immer recht – aber sie bekommen immerhin regelmäßig die Chance, ihre Fehler wieder zu korrigieren…

In der Politik ist die Demokratie das beste System, das wir kennen. In der Wirtschaft ist es hingegen der Markt. In gewisser Weise ist natürlich auch die Demokratie ein Markt – und der Markt eine Art von Demokratie. Abe es gibt einen Unterschied: auf dem Markt sind nicht alle gleich. Auf dem Markt sind jene besser, die kreativer sind, mehr leisten, größeren Nutzen stiften. Beides ist in gewisser Weise gerecht: die Gleichheit an der Wahlurne – und die Ungleichheit auf dem Markt.

Demokratie, Rechts- und Sozialstaat garantieren jedem Bürger ein Minimum an Einfluss, Grundrechten und Sicherheit. Sie stellen gleichsam einen “Hygienefaktor” dar – das heißt, sie können Menschen nicht glücklich machen, ihnen nicht zu einem erfüllten Leben verhelfen. Aber sie können allen Menschen einen gewissen Schutz bieten, gewisse Minimalstandards, ein Fundament.

Glücklich, wirklich zufrieden, schöpferisch und produktiv,  kann aber letztlich jeder nur selbst werden. Man kann (und soll) jedem, der hilfsbedürftig ist, auch Hilfe anbieten. (Aber man sollte niemanden “zwangsbeglücken”, der gar nicht um Hilfe gebeten hat!)

Nicht Gleichheit ist von vorrangiger Bedeutung, sondern Menschlichkeit, Mitgefühl, Toleranz. Nivellierung fördert nicht die Integration. Im Gegenteil – sie fördert die Diskriminierung: als unmittelbare Reaktion darauf, dass Ungleiches gleich behandelt worden ist…

Das beste Mittel gegen Diskriminierung, heißt Differenzierung. Oder anders formuliert: Ehrlichkeit! Die Leute wollen nicht angelogen werden. Sie wollen die Wahrheit hören. Und sie wollen auch das, was sie selbst als gut und richtig empfinden, offen artikulieren können. Und wer ihnen das verbieten möchte, sollte sich lieber nicht wundern, wenn er damit genau das Gegenteil dessen bewirkt, was er erreichen zu wollen vorgibt…

PS: sowohl der Markt als auch die Demokratie funktionieren leider nicht immer so, wie wir es gerne hätten. Parteien, Konzerne, Medien, aber auch Experten aller Art, können Oligarchien, Monopole oder Kartelle bilden. Und es ist dann eher sekundär, von wem wir bevormundet, entmündigt oder enteignet werden… Es geht immer öfter nicht um die Frage: Staat oder Privat – immer mehr um Groß versus Klein, Institutionen aller Art versus Individuum, Schuldprojektion oder Eigenverantwortung. Small is beautiful…

 

© 2011 DasMedium Impressum Suffusion theme by Sayontan Sinha