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Was heißt schon „Bildung“?

 Posted by cb on 24. August 2014 at 20:06  Aktuell
Aug 242014
 

Alle reden von Bildung. Bildung gilt als Allheilmittel. Wofür eigentlich?

Wir leben in einem Zeitalter, in dem Denken, Wissen, Information, Ideologie deutlich höher eingeschätzt werden, als Empfinden und Gefühle. (Aufklärung, Französische Revolution…) Warum eigentlich? Streben nicht die meisten Menschen in ihrem Leben in erster Linie Glück an – und ist Glück nicht ein Gefühl?

Doch im Denken, im Kopf, sind wir quasi allmächtig – da können wir tun und lassen, was wir wollen. Gefühle lassen sich nicht so leicht manipulieren – sind also letztlich viel ehrlicher und werden daher gerne (aus dem Bewusstsein) verdrängt. Man will keine „Schwäche“ zeigen.

Wenn Bildung nur die Übertragung von Wissen, Information oder gar Ideologie ist – wohin soll sie uns dann aber führen? RICHTUNG bekommt der Einzelne wohl eher aus seinem Empfinden – also von innen. Eigenes Urteilsvermögen, Denkfähigkeit, Bewusstsein für größere Zusammenhänge wären gefragt. Geistige Unabhängigkeit also.

Doch viele Menschen „leben lieber in ihren Vorstellungen“ – als in einer Wirklichkeit, die sie nicht so gut kontrollieren können. Und Vorstellungen sind meist sehr plastisch, eher undifferenziert – es wird polarisiert und Unangenehmes oft auf andere projiziert. Das ist bequem, löst aber keine Probleme. Weil die Gegenseite das gleiche macht…

Gefühle hingegen, erinnern uns an die eigene Verwundbarkeit. Also werden sie verdrängt – und durch „passende“ Vorstellungen ersetzt.

Meinungsfreiheit ist wichtig…

 Posted by cb on 2. August 2014 at 14:59  Aktuell
Aug 022014
 

zumal man ohnehin niemanden seine Meinung verbieten kann – man kann ihn nur bestrafen, wenn er sie äußert! Also erst nachher… Das wird andere dann vielleicht hindern, ihre Meinung – die sie ja auf jeden Fall haben – ebenfalls zu äußern. Ist das sehr sinnvoll?

Die Meinung wird dann immerhin weniger verbreitet. Anderen wird bewusst, dass der Inhalt der Meinung zumindest problematisch ist. Das Klima wird weniger vergiftet.

Andererseits jedoch, haben Verbote immer auch ihren Reiz: Nämlich gerade erst recht das Verbotene zu tun… Außerdem führen sie oft zu geradezu „allergischen“ Gegenreaktionen. Der Reiz führt dann zur Überreaktion – wodurch sich wiederum die andere Seite (also jene, die das Verbot ausgesprochen, sich dafür ausgesprochen haben) herausgefordert fühlt (bzw. bestätigt): wodurch sich die Spirale weiter bewegt…

Am Ende kann es sein, dass beide Seiten mehr oder weniger Gespenster jagen – die einander gegenseitig am „Leben“ erhalten. 

Letztlich sollte es doch vor allem um Menschlichkeit gehen; um Empathie und Fingerspitzengefühl. Und darum zu differenzieren: Manchmal kann schon eine Kleinigkeit verletzen; manchmal ein viel größerer Anlass hingegen nicht… Statt sich stur an Ge- und Verbote zu halten – die meist mit der jeweiligen „ideologischen Mode“ gehen – wäre es vielleicht besser, ein Sensorium zu entwickeln, was man wann und wie sagen kann. (Wenn jemand andere bewusst verletzen will, dann wird er immer einen Weg finden, aber das ist etwas anderes.)

Viel wichtiger als die politisch korrekte Wortwahl sollte es doch eigentlich sein, den anderen zu vermitteln, dass man auf sie Rücksicht nimmt, mitfühlt, ihnen gerecht werden möchte. Das wäre doch eigentlich Kultur. Letztlich geht es doch viel eher darum, wie etwas gemeint ist: wenn es böse gemeint ist, findet sich immer ein Weg, es auch auf „legale“ Weise zu artikulieren. (Und wenn diese dann auch verboten wird, eben auf wieder andere Weise… Usw.)

Die Absicht zählt; und die Bemühung, andere so zu behandeln, wie diese dies möchten – sofern ihnen das auch einiger Maßen „zusteht“. (Niemand sollte z.B. von anderen verlangen dürfen, dass diese lügen – nur weil ihm selbst die Wahrheit nicht genehm ist – oder?) 

Meinungsfreiheit ist letztlich Gedankenfreiheit – und die kann einem ohnehin niemand nehmen. Lippenbekenntnisse bringen uns nicht weiter. Eher schon Respekt und Dialogbereitschaft.

Und Toleranz ist keine Einbahnstraße…

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