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Was unterscheidet Zivilcourage von Political Correctness?

 Posted by cb on 24. Juli 2014 at 09:54  Aktuell
Jul 242014
 

Zivilcourage bedeutet vor allem, auf der Seite der Leidenden zu sein.

Auch dann für andere einzutreten, wenn dies für einen selbst mit Nachteilen verbunden sein kann: Sei es durch direkte Repressalien – sei es durch Spott oder Verachtung. Meist gerade von jenen, die selbst eben keine Zivilcourage haben. (Dafür oft ein schlechtes Gewissen.)

Zivilcourage erfordert also nicht nur Mut und Ehrlichkeit, sondern auch Mitgefühl und Selbstbewusstsein. Es bedarf quasi – im positiven Sinne – einer gewissen Schamlosigkeit. (Oft wird ja Mitgefühl als Schwäche gesehen – weil man meint, nur jemand der selbst schwach ist, könne für Schwache Verständnis aufbringen. Dies wird dann auch noch dadurch verstärkt, dass man denkt, die Leidenden seien ja eigentlich selber schuld – und so etwas könne einem selbst ohnehin nie passieren.)

Zivilcourage wird manchmal auch mit simpler Frechheit verwechselt. Doch es geht dabei ja nicht in erster Linie um Eigeninteressen, sondern um Unpopuläres… Der größte ideologische Modetrend unserer Zeit heißt Political Correctness. Wer jedoch nicht die Kriterien erfüllt, nach denen man – gemäß dem letzten Stand des gerade „Korrekten“ – als benachteiligt oder gar als Opfer gelten kann, hat Pech. Ja er wird oft sogar gnadenlos gejagt: Weil es nicht in erster Linie um Menschlichkeit zu gehen scheint, sondern um Ideologie.

Political Correctness ist Mode, ist chic. Zivilcourage ist hingegen gerade gefragt, wenn es nicht chic ist… Ständig wird derzeit etwa  über Minderheiten geredet, über deren Rechte und Benachteiligung. Dies zu vertreten, erfordert aber meist nur wenig Mut, weil es sich eben oft um Modetrends handelt. Am bittersten nötig hätten unsere Zivilcourage daher gerade jene, die keiner Gruppe angehören. Die Minderheit schlechthin, ist immer noch das Individuum.

Auf der Seite der (wirklich) Leidenden zu sein, hieße vor allem, mitfühlend zu sein. Statt das Leid der anderen einfach zu verdrängen, zu ignorieren. Zuallererst einmal mit jenen empathisch, die einem ohnehin nahe sind… Kein Mensch kann natürlich objektiv beurteilen, wie sehr ein anderer leidet. Deshalb sind wir letztlich immer auf das individuelle Empfinden angewiesen.

Einfach „Rechte“ zu postulieren oder zu fordern, ist meist illusorisch. Und fast das Gegenteil von Zivilcourage. Wir haben im Grunde keine Rechte – wir können nur mitfühlend sein miteinander. Wo sollten denn abstrakte Rechte überhaupt herkommen? (Auch hier gilt ja: vor dem Nehmen, muss immer ein Geben kommen. Und zwar nicht auf Kosten Dritter.)

Bessere PR für die PC?

 Posted by cb on 6. Juli 2014 at 14:33  Aktuell
Jul 062014
 

Wenn die „politisch Korrekten“ ihre Ziele auch wirklich erreichen wollen, sollten sie vielleicht ihre Methoden ändern!

Wie immer, wenn es um PR geht, ist Ehrlichkeit letztlich besser, als Täuschung. Wer wirklich an etwas glaubt, sich wirklich „im Recht“ fühlt, der braucht nicht mit zweierlei Maß zu messen, Fakten zu verdrehen oder zu übertreiben.

Es sollte genügen, die Dinge einfach beim Namen zu nennen, einfach zu sagen, was ist.

Polarisierung und (gegenseitige) Schuldzuweisungen mögen vorübergehend für Aufmerksamkeit sorgen – Probleme werden dadurch nur in seltensten Fällen gelöst. Der Schwarze Peter wird da oft zum Boomerang…

Es ist besser, jene, die man überzeugen möchte, gleichsam selbst auf etwas „draufkommen“ zu lassen – anstatt ihnen das Gefühl zu vermitteln, dass sie bevormundet werden sollen. Demut und Bescheidenheit wirken zumeist überzeugender, als Bevormundung oder Selbstgerechtigkeit.

Wer in der Zukunft mehr Toleranz, Mitgefühl und Respekt im zwischenmenschlichen Umgang anstrebt, sollte möglichst darauf verzichten, den jeweils anderen immer die Vergangenheit vorzuwerfen. Wem die Vergangenheit verziehen wird, der ist meist natürlich viel eher bereit, sich – oder das eigene Verhalten – in Zukunft zu ändern. (Man muss ja nicht gleich alles vergessen – kann einander aber wenigstens, so gut man eben kann, vergeben…)

Gefährlich ist es auch, immer gleich von „Rechten auf…“ zu sprechen – das erhöht sofort den Widerstand der Gegenseite… Der kategorische Imperativ ist kein gutes Instrument zur Friedensstiftung. (Und was nicht freiwillig gemacht wird, ist ohnehin nicht viel wert.) Es muss (ja soll wohl) nicht immer gleich Sieger und Verlierer geben – es können auch mehrere Sicht- oder Verhaltensweisen nebeneinander bestehen.

Oft sind die „Parteien“ in weltanschaulichen Auseinandersetzungen im Grunde gar nicht so weit auseinander… Wer sich selbst in seiner Eigenart respektiert fühlt, ist meistens eher bereit, dies anderen ebenfalls zuzugestehen. (Vorurteile beruhen ja sehr oft auf Gegenseitigkeit.)

Leider gibt es immer Menschen und Gruppen, die von Konflikten profitieren. Sie sind dann keine guten Anwälte in der Sache. „Teile und herrsche“, gilt leider häufig auch in ideologischen Fragen… Also lassen wir uns nicht auseinander dividieren – sondern suchen wir das Gemeinsame, Verbindende – aber leugnen auch nicht die Unterschiede.

„Differenzieren statt diskriminieren – integrieren statt nivellieren“, könnte hier vielleicht ein Motto sein! Womit wir wieder bei der Ehrlichkeit wären.

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