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Was kommt nach der Ideologie?

 Posted by cb on 18. November 2013 at 17:12  Aktuell
Nov 182013
 

Gesunder Menschenverstand und Pragmatismus…

Ideologien sind Vorstellungen. Sie polarisieren – und blenden zumeist einen Teil der Wahrheit aus. (Weil partikulare Interessen dadurch leichter gerechtfertigt werden können.) Und sie arbeiten gern mit Feindbildern, auf die alles „Negative“ projiziert werden soll… Da dies jedoch wechselseitig passiert, kommt es meist zu einer Pattsituation. Wer diese Blockade überwinden will, müsste als erstes alle ideologischen Patentrezepte hinter sich lassen.

Was aber bedeutet „un-ideologisch“ eigentlich? Im Grunde heißt es wohl vor allem, dass man sich mehr am gesunden Menschenverstand orientiert, eher pragmatisch.

Es gibt ja immer zwei „Pole“: wie die Welt gerade ist; und wie sie sein könnte! Pragmatische Politik müsste zuerst einmal den Status Quo akzeptieren, dann ein Ziel („Ideal“) formulieren; und schließlich danach trachten, den Ist-Zustand diesem Ideal zumindest ein Stück weit anzunähern.

Und vielleicht sollte sich eine post-ideologische Politik auch mehr am subjektiven Empfinden orientieren? Denn Glück und Zufriedenheit sind nun einmal in erster Linie Gefühle, lassen sich daher auch nicht so genau messen. Aber sie sind das, was die meisten Menschen vor allem anstreben… (Auch wenn man es oft nicht so gerne zugeben möchte – weil sich ja Empfindungen nicht so leicht kontrollieren lassen.)

In der Vorstellung sind wir „mächtig“; denn vorstellen kann man sich fast alles. Vorstellung ist „konstruierte“ Wirklichkeit. (Die sich nicht zuletzt am jeweiligen Eigennutz orientiert.) Das Empfinden lässt sich hingegen nicht so leicht manipulieren… Die bürgerliche Welt ist eine Vorstellungswelt. Und auch eine Verstellungswelt. Der Schein zählt oft mehr als das Sein. (Problematisch wird es, wenn so genannte „evidenzbasierte“ Entscheidungen dann aufgrund des Scheins getroffen werden.)

Ideologien geben gerne vor, objektiv zu sein. Aber das Leben selbst ist eben nicht „objektiv“ – es ist ein Prozess subjektiver, individueller Erfahrungen. (Subjektives dennoch „objektiv“ zu nennen, ist eine Lüge…)

Was bedeutet „Aufklärung“ heute (noch)?

 Posted by cb on 14. November 2013 at 13:28  Aktuell
Nov 142013
 

Viele reden oft und gerne über „die Aufklärung“. Was meinen sie eigentlich damit?

Die historische Epoche der Aufklärung ist lange her – einige der ursprünglichen Ziele ziemlich unwiderruflich verankert; andere wiederum, vielleicht auch nicht mehr ganz zeitgemäß… Was also kann heute noch damit gemeint sein?

Aufklärung betrifft Tabus, Glaubenssysteme und Ideologien. Damals ging es um eine Emanzipation gegenüber Adel und Klerus. Die sind aber heute wirklich nicht mehr sehr mächtig! Sie sind wohl durch Staat, Wissenschaft, Industrie, aber auch Medien ersetzt worden… Diesen gegenüber bedürfte es also eher einer „neuen“ Aufklärung.

Was wir hingegen heute als Aufklärung bezeichnen, ist meist selbst eine Ideologie. Eine erzkonservative sogar.

(Auch „die Moderne“ ist übrigens ja lange vorbei – dennoch wollen viele – vermeintlich fortschrittliche, im Grunde aber reaktionäre Geister – nach wie vor alles „modernisieren“. Wäre da nicht vielleicht eher etwas wie „Geistesgegenwart“ gefragt?)

Und auch die Ziele der französischen Revolution sind längst zur Ideologie verkommen: „Freiheit“ bedeutet dann immer mehr „Rechte auf…“; Gleichheit ist zusehends zum willkommenen Vorwand für die Entmündigung und Enteignung der Bürger geworden; und „Brüderlichkeit“ wird oft mit Kollektivismus, Zwangsbeglückung und Tugendterror verwechselt.

Wir bräuchten wohl längst eine neue – geistige, individuelle, „innere“ Revolution: die Befreiung des Einzelnen von all den äußeren Autoritäten – statt ständig nur von einer Abhängigkeit in die nächste zu wechseln. (Kaum waren wir doch jemals so abhängig, wie heute: vom Staat, vom Konsum, von Medien, von Experten…)

Wir brauchen jetzt eher Aufklärung darüber, wie sehr wir vom Staat bevormundet und beschnitten werden; wie groß unsere Konsumabhängigkeit – und deren Folgen! – geworden sind; wie unnatürlich (und ungesund) unsere Lebensweise geworden ist; wie schädlich es ist, dass sich die Staaten immer stärker verschulden; wie sehr „Wissenschaft“ mitunter auch zu einer Ideologie werden kann (die Menschen nicht befreit und ermächtigt – sondern abhängig und hörig macht); wie gefährlich es schließlich sein kann, dass wir immer weniger Werte schöpfen, dafür aber immer mehr Werte verbrauchen (was sich sowohl in der Kultur, als auch in der Natur zeigt!)

Wie weit wir also entfernt sind von einer Blüte – und wie nahe dem Verfall…

Europa bräuchte wohl viel eher wieder einmal eine echte Renaissance – statt ständig neuer Aufgüsse von „Aufklärung“ – oder?

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