DasMedium

Vision 2050

DieMitte

Agenda 2050

„Der Traum Europas“ von Milan Vukovich

 Posted by cb on 1. November 2012 at 01:41  Aktuell
Nov 012012
 

 

 

Europa und die Sozialutopien der Antike

Milan Vukovich

Europäische Gesellschaftsutopien, angesiedelt zwischen ideologischen Grundlagen sozialer Bewegungen und feudaler Machtgebilde, bilden nach wie vor kein historisch vererbbares und homogenes Kulturgerüst. Vielmehr steht heute die Zeit wieder gleichsam am Beginn. Trotz Katharsis der Moderne wird ausgehend von der frühen europäisch mythischen Grundlage über die langewährenden monarchisch christlichen Geschichtsverläufe und über die Vervollkommnung des grundsätzlich Demokratischen an der Utopie weitergeformt werden müssen. Wer oder was zum Träger der Hoffnung mutiert, kann nun mit dem Ziel einer wieder völlig neuzustrukturierenden Gesellschaft thematisiert werden.

Die Kultur Europas, jahrtausendealtes Erbe, welches von den Künsten weitergereicht wird, was wird eigentlich weitergereicht? Es ist die Diskrepanz als Wurzel und Identitätsfaktor, als erfindungsspendende widersprüchliche Kulturprämisse, welche von Epoche zu Epoche neu aufbereitet wird. Auch jetzt. Betrachten Sie die Ursprünge:

„Golden war das Geschlecht der redenden Menschen, das erstlich die unsterbenden Götter, des Himmels Bewohner erschufen. Jene lebten, als Kronos im Himmel herrschte als König, und sie lebten dahin wie Götter ohne Betrübnis, fern von Mühen und Leid, und ihnen nahte kein schlimmes Alter, und immer regten sie gleich Hände und Füße, freuten sich an Gelagen, und ledig jeglichen Übels starben sie, übermannt vom Schlaf, und alles Gewünschte hatten sie. Frucht bescherte die nahrungsspendende Erde immer von selber, unendlich und vielfach. Ganz nach Gefallen schufen sie ruhig ihr Werk und waren in Fülle gesegnet…“. Hesiods Bild des Goldenen Geschlechts, Hesiod, griech. Dichter, Ackerbauer und Viehhalter, + ca 650 v.Chr.

„Und hier war beim Mahl der Sitz der phaiakischen Fürsten, wenn sie schmausten und zechten; stets hatten sie volles Genüge. Goldene Knaben standen auf schöngefertigten Sockeln ringsum und hielten in Händen brennende Fackeln, um beim Mahl die Nächte hindurch das Haus zu erleuchten. Fünfzig dienende Weiber sind im Palast beschäftigt…“, Homer, Odyssee, spätes 8. Jh.v.Chr.

„Hört: Alles wird künftig Gemeingut sein und allen wird alles gehören; sich ernähren wird einer wie alle fortan, nicht Reiche gibt es noch Arme…“, Aristophanes, Meister der attischen Komödie, +380 v.Chr. in Athen

 

Milan Vukovich, Wien 2011

www.milanvukovich.at

  One Response to “„Der Traum Europas“ von Milan Vukovich”

  1. Gerade jetzt…

    Nur ein freies Europa kann einig sein!

    Vielfalt, Wettbewerb und Eigenständigkeit müssen gewährleistet sein.

    Gleichmacherei und Nivellierung sind der sicherste Weg in den Zerfall.

    CB

 Leave a Reply

You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

(required)

(required)

   
© 2011 DasMedium Impressum Suffusion theme by Sayontan Sinha