DasMedium

Vision 2050

DieMitte

Agenda 2050

Die Griechische Tragödie

 Posted by admin on 28. Oktober 2011 at 15:49  Aktuell
Okt 282011
 

Die Griechische Tragödie (Bocksgesang) entwickelte sich aus orgiastischen Festen zu Ehren des Fruchtbarkeits- und Weingottes Dyonisos. Antike Flatrateparties, deren Trancezustand als höhere Wahrheit empfunden wurde. Am Höhepunkt wurde ein Bock geopfert.

Die Tragödie selbst ist ein Produkt der Athenischen Polis und wurde nach Aristoteles um 534 v. Chr. durch den Dichter Thepsis  begründet. Dialogische Rede und Gegenrede zwischen Schauspielern und Chor ist nach einem starren Schema vom Prolog zum Exodos hin aufgebaut. Das Leitmotiv der Tragödie ist die Hybris (Übermut, Anmaßung), welche den Helden in eine Krisis (Entscheidung, später Zuspitzung) führt. Da der Held nicht ewig leiden kann, endet diese immer in der Katastrophe (Abwärtswendung).

Daraus kann der Zuschauer etwas für sein Leben lernen. Er erkennt früh, lange bevor der Held dies tut, das unausweichliche Schicksal, Leid, geboren aus der Überhöhung des Menschen über die Götter. Ziel der griechischen Tragödie war die Katharsis (Reinigung). Aristoteles fand dafür die Formel Phobos (Furcht) und Eleos (Mitleid):  „Schaudern und Jammer“. Lessing brachte die Begriffe auf die Formel „Furcht ist das auf uns selbst bezogene Mitleid“.

Dieser Aufbau wurde zu allen Zeiten in alle Genres übernommen. Dieses Erbe Griechenlands ist so nachhaltig, weil die Nachahmung der realen Welt (Mimesis) Einfühlung bewirkt. Vom Hollywood- Klassiker bis hin zum Kasperltheater – Spannung wird nach demselben Formalismus aufgebaut. Die Wissenschaft hat diesen hinlänglich erforscht, dennoch gehen moderne Tragödien oft  zu großzügig mit Begriffen um. Etwa ist die genaue Beschaffenheit des Mitgefühls in der Krisis essenziell. Baut man eine Handlung auf die umgangssprachliche Bedeutung der Übersetzung „Mitleid“ auf, bringt man keine Tragödien hoher Güte hervor.

Mehr als zweieinhalb Jahrtausende nach Thepsis etwa schrieben griechische Autoren wieder an einer Tragödie, die minutiös den Regeln folgte. Die Hybris ließ den Helden das Schicksal nicht erkennen, welches die Zuschauer deutlich sahen. Dann übernahm ein Autorenkollektiv das unvollendete Werk und versuchte, in der Krisis Elemente wie „Mauerschau“ oder „Deus ex Machina“ nachzuholen, die keinesfalls nach dem letzten Epeisodion („das noch Hinzukommende“) vorkommen dürfen. In dieser Tragödie muss der Held ewig leiden, das Publikum wird um die Katharsis betrogen und kann aus dem Stück nichts lernen.

Bereits während der Uraufführung zeigt sich, dass das Stück keinen Erfolg haben wird.

  One Response to “Die Griechische Tragödie”

  1. Thank you for the smart critique. Me my neighbour were preparing to do some research about that. We got a very good book on that matter from our local library and most books exactly where not as influensive as your info. I¡¯m quite glad to see these information and facts which I was searching for a long time.

 Leave a Reply

You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

(required)

(required)

   
© 2011 DasMedium Impressum Suffusion theme by Sayontan Sinha